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Kolumne Eifel-Einsichten
Sprit

FOTO: TV / Klaus Kimmling
Alles, alles, Leser, geht vorbei. Nur nicht die Sache mit den Peerdsäppeln. Erreicht mich doch, mitten in der letzten Urlaubswoche (geht auch vorbei), eine Elektrodepesche von Kauths Arno aus Pützborn. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Weshalb ich mich dann doch in die Redaktion wuchtete, um euch davon zu künden. Weil: Vorigen „Samsdesch“, schreibt der liebe Arno, hätt ich doch „die Storry von dä Steffeler Bouere mott dem Peerdsappel om Sackdoch“ (für Eifelmigranten: Taschentuch) erzählt und dass die deswegen bei den Mädels „op der Musick“ mehr Schangsen gehabt hätten. Ob das stimme, ergänzt Arno, könne er nicht sagen, aber dafür habe er eine Geschichte, die ihm und seinem Kumpel Karl-Heinz dessen Onkel Alfred Pitzen (Ex-Bürgermeister der nun bald seligen Verbandsgemeinde Hillesheim) erzählt habe: Dass sich nämlich etliche „jong Männ“ in den späten 50ern und frühen 60ern auf dem Weg zum Tanzabend in den Eifeldörfern „tatsächlich e käit (ein bisschen) Benzin op et Sackdooch“ getupft hätten. Denn die Frauleut’ häten dann gedacht: „Hmm ... hänn elo (jener dort) hott bestimmt e Moped oder Motorrad.“

„Vielleicht“, endet Arno, „kaans de dat broche.“ Un wie, Arno! Bedankt!

Ja, die jung Männ un Mädcher, sie gingen oft und gern zur „Musick“, wegen der Anbahnung eheversprechender Beziehungen. Und wegen des Vergnügens natürlich. Oder, wie Freund Maxens Mama, die gute Katharina Ströder aus Stadtkyll, immer zu sagen pflegte, die Weltläufte kopfschüttelnd betrachtend: „Die hann all nömmen (nur) de Pläseeer em Kopp!“

Aber will man sich nicht, die aktuelle Welt im bangen Blick, erst recht ins Vergnügen und sofort nach Abfassen der Samstagskolumne wieder aus dem Büro stürzen? Und hatte nicht Heribert Simonis, Elektromeister aus Schüller, schon wieder recht, als er diese Woche deklamierte: Mit Arbeit, rief er, „do kaan mer vill Zeit verknömmele!“ Stimmt, Heribert. Schnell raus hier. Et jit net jerannt.