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Kolumne Eifel-Einsichten
Herumhirnen

FOTO: TV / Schramm, Johannes
Moment ... wo war ich denn nochmal? Ach ja: das Menschenhirn. Und was es, zum Beispiel, mit dir anstellt, während du pennst. Vorgestern etwa, da träumte mir, ich sei von einer Brüllerei in der Nachbarschaft aus dem Schlaf gerissen worden (wäre nicht das erste Mal gewesen). Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Und dann wurde mir, im Traum, klar, dass ich beides nur träumte: das Gebrülle und das Aufwachen. Und zack war ich dann wirklich wach. Bescheuert, oder?

Dann gibt es diesen Halbwachzustand, wenn sich dein Geist unter größten Mühen aus den Fängen der seligen Besinnungslosigkeit in die brutale Wirklichkeit des nun leider anzugehenden Tages schiebt wie ein besoffener Frosch durch eine viel zu hochgewachsene Wiese und du den halben Traum noch mitnimmst. Als Kind habe ich mal geträumt, ich säße am Nürburgring und die Rennautos (es waren Tourenwagen, weiß ich noch genau) simmsten und brimmsten und tröteten und trompeteten nur so an mir vorbei. Dann wurde ich wach und stellte fest: Das Simmsen und Brimmsen und Tröten und Trompeten ... das kam von mir! Das war ich, beziehungsweise: meine Nase! Da saßen nämlich links und rechts zwei dicke, verknöterte Mömmessen drin! Und beim Atmen machte ich die Motorengeräusche!

Kennt ihr sowas auch? Nicht? Egal. Jedenfalls, apropos Kindheit und Jugend: Manchmal werde ich morgens wach und – siehe oben, Frosch und so – wähne mich noch in meinem früheren, was für ein schönes Wort: Jugendzimmer, obwohl ich doch längst woanders wach werde. Und dann fällt mir ein, dass mich Mutter und Vatter, zum Glück, früh genug aus dem Haus gejagt haben, weil der Junge ja, wegen seiner stark eingeschränkten Verwertbarkeit auf dem Eifeler Arbeitsmarkt, sowieso erst mal studieren gehen musste.

Und so blieb mir auch erspart, über die Zeit hinaus im Hotel Mamapapa rumzuhängen. Und jetzt – uff! – bin ich endlich da, wo ich hinwollte: Bei der frisch reingekommenen Mail von Rosi Moser aus Olmscheid. Die schickte nämlich dieser Tage folgenden Dialog zum Thema „noch-zu-Hause-wohnen“, der geht so: „Wu wanst du daan?“ (Wo wohnst du denn?) Antwort des Befragten: „Noch bei menger Mamm. Awer mir han keen Kanner.“
Schön! Et jit net jerannt.