Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Schwitzefrei

Grad kam ich hier gut ins Schwitzen, weil ich die Anekdote nicht mehr fand, die uns Winfried Richards aus Pronsfeld vorige Woche sandte, zusammen mit der Geschichte über Gemeindearbeiter Rainer Krämer, der sich am Radweg so schön darum kümmert, dass die Bienlein und anderen Insekten noch blühende Landeplätze finden.

Aber weil Winfried besser sortiert ist als ich, hat er natürlich sofort alles parat und schickt’s nochmal rüber. Danke! Passt nämlich heute, weil: Hitze, Schwitzen und so. Was hab ich am Sonntag geölt, als sie den Prümer Sommer starteten. Dreimal rumgelaufen, dreimal musste ich eine rituelle Waschung vornehmen (okay, es war mehr Ritus als Waschung, aber das tut hier nichts zur Sache. Der Gedanke zählt. Ich war so fertig, dass ich im Artikel ein Komma vergessen habe, deshalb liefere ich es hier nach, : ,).

Und hier Winfried: „Während meiner Dienstzeit als Ortsbürgermeister sollte ein neuer Gemeindearbeiter eingestellt werden, da der alte – bekannt als „Jemeene-Pitter“ (also Gemeinde-Peter) – in den Ruhestand gehen sollte.“ Der Nachfolgekandidat kam aus einem holzverarbeitenden Betrieb und verneinte, als man ihn frug, ob er auch schweißen, also schweeßen, könne. Kein Grund, ihn nicht anzuheuern, zumal Pitter – von Beruf Metaller – ihm das schon noch beibringen wollte. Und so führte Pitter den Neuen in die vielfältige Arbeit eines Gemeindearbeiters ein. Dazu gehörte auch das Ausheben der Gräber, sagt Winfried, „mit Schipp und Hack“.

Das musste dann mal an einem heißen Sommertag erledigt werden. Und so kreuzte Pitter, sagt Winfried, „bei mir auf und sagte mit todernster Miene: ,Dou has jesoathän (also er, der Neue) kenn net schweeßen. Dann farr es op de Kirchhof, do kaanste siehn, wie dä schweeße kaan.“ Schweißen, schwitzen, alles gleich bei uns, wieder ein Wort gespart. Und sogar noch eins. Eifeler auf die Frage: „Wieso?“ Antwort: „Schweeßetnet.“

Und jetzt: Schwitzefrei!
Et jit net jerannt!