Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Alarmierend!

Es geht aber auch alles den Bach runter. Alles, wirklich. Weil, Volksfreund, am Mittwoch: Die Reichen werden nicht mehr reicher. Habt ihrs gelesen? Und noch schlimmer: Die „Ultrareichen“, heißt es weiter, trifft es besonders hart.

Das sind welche, die mehr als 30 Millionen Dollar besitzen. Die besitzen jetzt teilweise nur noch ... weniger als 30 Millionen, nämlich 29 oder so ähnlich. Besorgniserregend. Und – es wird immer schlimmer – der „Club der Milliardäre“ schrumpft ebenfalls. Denen ihr Gesamtvermögen beträgt gerade mal noch erbärmliche 68,1 Billionen Dollar. 68,1 Billionen. Das sind viel weniger als, sagen wir, 70 Billionen.

Mich hat das berührt, wenn auch nicht finanziell. Und ich überlege, mich sozial zu engagieren. Diesen Menschen muss man helfen. Viele darunter sind Berufssöhne, die nicht in der Lage sind, ihr eigenes Geld karrenweise zu scheffeln oder aus eigener Kraft ihre Mitarbeiter auszubeuten. Hier ist, würde ein souveräner Kommentator fordern, „die Politik gefragt“. Und, klar: wir alle. Die Gesellschaft. Wir haben doch alle viel zu viel. Es geht uns doch gut. Mehr als ein Schnitzel geht doch gar nicht rein (jedenfalls nicht von diesen großen, dicken, die links und rechts über den Teller lappen und trotzdem nur acht Euro kosten, mit Fritten und gemischtem Salat). Warum nicht vom Mindestlohn einen Euro hingeben, damit die Milliardäre nicht völlig in den Alterswohlstand abrutschen? Und auf Gehaltserhöhungen verzichten, die den Arbeitgebern jedes mal so wehtun, viel mehr als uns? Wenn wir uns alle ein bisschen solidarisch zeigen, nur ein bisschen, dann haut das hin und die Reichen werden wieder immer reicher, wie sich das gehört.

Aber geht für die Ultramillionäre vielleicht irgendwer auf die Straße? Schwänzt einer für die den Unterricht? Fridays for Finanzkapital, Freunde? Und was macht eigentlich Habeck? Ich will Antworten.

Ah, hier ist eine. Hat auch mit Reichtum zu tun, jedenfalls geistigem: Gerade beim E-Mail-Sortieren gefunden, die hat uns Ewald Hansen geschickt, der Dorfboss von Reuth. Die Story habe ihm sein seliger Onkel Sebastian immer erzählt. Ewald, übernimm mal bitte: „In meinem späteren Elternhaus an der Reuther Hauptstraße“, schreibt Ewald, „wohnte zwischen den Weltkriegen ein Eifeler Original, der alte Hendle, seines Zeichens Hausierer, Topfflicker oder so ähnlich.“ In Neureuth wiederum, der Siedlung an der B 51, „hatte jemand einen Ziegenbock, der wegen seines starken Geruchs ja nicht bei jedem Halter beliebt und zu finden war. Dadurch mussten also die Ziegen zum Bock, oft auch von weiter her, zum Decken gebracht werden.“

Nun habe Hendle eines Morgens auf seinem Hof gestanden, als einer aus dem nahen Olzheim vorbeikam, „mit seiner Ziege am Strick“, und fragte: „Wo jenn dann heij o Reijt de Jeeßen jebockt?“ (also „Wo werden denn hier in Reuth die Geißen gedingst?“)

Hendle schritt zum Tier, hob dessen Stummelschwänzchen hoch, deutete mit dem Zeigefinger auf die Ziegenkörperöffnung darunter und sprach: „Heij honnen.

Wenn ihr mich fragt: Der Mann war ganz vorn. Und hier hinten nun die Weisheit zum Tage: Ein kluger Kesselflicker im Ort ersetzt locker zwei Dorfmilliardäre. Oder so ähnlich.

Et jit net jerannt.