Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Jesundheit!

Genau heute, Leser, vor 50 Jahren, setzten sie im Meer der Ruhe auf und wandelten im Mondstaub: Neil Armstrong und Buzz Aldrin, der einst in Bitburg stationiert war. Yeah! Wer weiß, wo der mal gelandet wäre, hätte er sich nicht hier bei uns schon an ereignisarme Landschaften anpassen können.

Und, Leute: Vergesst mir nicht den dritten Mann, Mike Collins, der treu das Mutterschiff pilotierte.

Apropos Reisen: Gondelst du, Gast oder Einheimischer, im empfohlenen Bewegungsmodus (net rennen), durch die Gebiete des tiefen Westens, gerätst du, wie ich letztens wieder, in oder durch das, was ich als Monosyllabialkommunen bezeichne: Einsilbendörfer. Passend zum Eifeler selbst, dem man da und dort diese rhetorische Knappheit attestiert, wenn nicht gar vorwirft, während ich ihn dafür nie müde würde zu rühmen. Das sind jene Dörfer, bei denen Frau Dreyer manchen Fünfer in der Herstellung der Ortsschilder spart, weil sie so kurze Namen tragen und die, reiht man sie hintereinander, eine so schroffe Poesie entwickeln: Urb. Ueß. Usch. Urft. Arft. Acht. Kall. Kehr. Baar. Nitz. Boos. Hohn. Münk. Rüth. Reuth. Bell. Berk. Brecht. Bruch. Burg. Niehl. Pesch. Rohr, Röhl, Esch, Drees. Man kann, wenn man will, daraus feine, grenzabsurde Dialoge zimmern: „Urft! Arft! Bell! Brecht!“ – „Jesundheit! Oje, biste verKallt?“ – „Nä, dat is Nitz. Ich hab en Münk verschluckt. Totaler Drees.“

Oder, noch kürzer: Eifeler 1: „Wat is mit dem Rohr?!?“ – Eifeler 2: „Bruch.“ – Eifeler 1: „Pesch.“

Schön, ne? Und aus ihrem Zweisilbenheimatdorf Olmscheid hat uns Mosers Rosi wieder einen geschickt, Dialog, meine ich: Als sie damals noch in der Isleker Dreisilbenmetropole Lützkampen kindergärtnerte, ergab sich folgender Austausch. Kind zu Rosi: „Du has awer en al (ein altes) Auto!“ Rosi zu Kind: Sie habe leider kein Geld, also Jeld, „fir mir en naiet ze kofen.“ Antwort Kind: „Dann jank (geh) doch schaffen, als wie jiddee Morjen här spille ze kun!“ Rosi wünscht „en schung Wochenänn!“ Ich auch. Und euch allen ein Meer der Eifelruhe. Et jit net jerannt.