Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Sägen und Segen

So aus der Distanz betrachtet, sieht einfach alles viel ... weiter weg aus. Deshalb verliest man sich dann schnell. Oder vermengt dabei die Wörter. Das kann schöne Irritationen ergeben. Letztens verguckte ich mich beim Wort „Auberge“.

Das führte zu dem Gedanken, dass man, wenn man, in den Ferien, in einer Auberge, eine Aubergine verputzte, eine Aubergeaubergine äße. In einer Auberginenauberge? Au ... Backe. Und, heißa, in Gerolstein gibt es sogar den Auberg. Und ... Moment ... Da gibt’s ja sogar eine Pension, die genauso heißt! Und sie liegt auch noch in der (kann es eine bessere Adresse geben?) Lindenstraße! Und wenn man da jetzt jene Frucht bestellt, dann wäre das, genau: die Aubergaubergeaubergine.

Das geht natürlich auch germanischer: Eine Auberge ist ja eine Herberge. In der Höhenlage also eine Bergherberge. Falls dort je ein deutscher Bundestrainer logierte, hätte er sie zur Herbergerbergherberge geadelt. Herb, oder? Und wenn es der frühere Vorsitzende des Gewerbevereins Arzfeld und Umgebung gewesen wäre, Herbert Berg aus Olmscheid nämlich (Grüße von hier auch an Rosi, die grade den frischen Redaktionskrautwisch reinbrachte! Direkt läuft alles besser!), dann hätte er die Herbertberggewerbebergherberge aufgesucht. Ich könnte stundenlang so weitermachen.

Zurück zum Thema Distanz: Ich habe, nachdem es bei mir immer mehr Buchstaben- und Zahlentasten nicht mehr taten, klein beigegeben, ausnahmsweise (der Rebellenstatus muss verteidigt werden, bis sie mich hier wegsparen) und mir von den lieben Kollegen eine externe Tastatur zukommen lassen. Die steht jetzt vor dem Flachrechner, verkleinert entsprechend den Platz auf dem Schreibtisch und vergrößert den Abstand zum Bildschirm. Und zum Geschriebenen. Dann siehst du aber plötzlich die „Ö“-Punkte nicht mehr und liest versehentlich einen Satz, den ich zum Leitspruch aller Jäger erhebe: „Keine Angst, Leute! Es gibt für alles eine Losung.“ Und Peng.

Wobei ich die neue Tastatur ja nicht wegen der „Ö“-Pünktchen gekriegt habe, sondern wegen der „Ä“-Schwäche, von der ich hier bereits verzweifelt Zeugnis ablegte. Und mein Computer scheint nicht der einzige mit diesem Gebrechen: Jüngst nämlich dachten wir, wir hätten uns wieder einmal verlesen. Ein weiterer Werbeprospekt für allerhand Billigware (der Deutsche liebt es billig, außer beim Auto) segelte ins Haus und pries auf Seite 31 diverse Gartengeräte an. Darunter zwo Motorsensen. Und zwar „optional mit Heckenscherenaufsatz“ und, vor allem, Achtung: „Kettensegenaufsatz.“ Aber: nicht verlesen. Stand wirklich da. Vielleicht hat der Werbetextverfassercomputer ja auch eine „Ä“-Schwäche auf der Tastatur.

Trotzdem, ich finde: Das sollen die sich bei Stihl mal überlegen. Ich wette, wenn man denen in Weinsheim den Auftrag gibt, einen Kettensegenaufsatz zu entwickeln ... dann fragen die nur: „Dajöh, bis wann soll dat Dingen fertig sein?“

Schönes Wochenende. Lasst es euch gut ergehen. Meinen Sägen habt ihr. Et jit net jerannt.