Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Lebenswerke

Letztens entsann ich mich des Satzes eines der Bescheidenheit in beeindruckender Weise unverdächtigen Herrn, der einmal davon redete, dass er „ein Lebenswerk geschaffen“ habe. Man hüte sich vor solchen Gedanken, auch wenn jener Herr in Donald Trump seinen Meister fand, der sich ja neuerdings als „der Erwählte“ bezeichnet.

Für den Fall, dass auch mich dereinst der Größenwahn krallen sollte, habe ich mir in Anlehnung an jenen Herrn einen Satz zur realistischen Selbsteinschätzung zurechtgelegt: Was immer ich an Lebenswerk hinterlasse – man wird sich noch in 100 Jahren nicht dran erinnern. Wobei: Wenn Donald und die anderen so weitermachen, dürfte es in 100 Jahren sowieso niemanden mehr geben, der sich an was auch immer nicht erinnern wird können.

Und wie in diesen Zusammenhang hinein bestellt rüffelt mich am letzten Abend der Stadtkyller Kirmes mein ehemaliger Bankboss Werner Leuwer: „Deine letzte Kolumne“, ruft er, „war zu lang!“ Meine knallharte Replik: „Man muss dem Leser auch mal was zumuten!“ versandet. Gut, räumt er dann noch ein, er sei von einer schweren Wanderung „ziemlich k.o.“ gewesen, vielleicht habe es ja daran gelegen. Dann springt er hoch wie ein frisch geschlüpftes, von tausend Taranteln gestochenes Füllen und tanzt den ganzen Abend lang alles in Grund und Boden. Ziemlich k.o., jaja.

Ach, guck an, hier ist ja gar kein Platz mehr. Da kann ich mich ja kurz fassen: Et jit net jerannt. Und jetzt zurück ans Lebens ... äh, Tageswerk.

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