Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Selbstgutfindung

Letztens hatte ich im Autohaus von Jenniges‘ Karl-Heinz in Hallschlag ein bisschen Zeit totzuschlagen und steuerte sitzeckenwärts, wo ich mich dann wieder in das Buch stürzen wollte, das ich gerade las und unbedingt zu Ende kriegen wollte (Buch: längst gelesen.

Man hat mich nämlich von jetzt auf gleich ins Krankenhaus geschickt. Was dann aber auch irgendwie super war, weil die mir da ... später mehr davon, diese Kolumne hab ich jedenfalls quasi in die Zeitung geschmuggelt, weil ich gar nicht arbeiten darf ... deshalb lieber schnell wieder zurück nach Hallschlag, also:) ...

... Zum Buchlesen kam ich nicht, weil: Auf dem kleinen Glastisch kreischte mir die Bunte-Titelschlagzeile ins Gesicht: „Helene Fischer – Erste Risse im Glück!“ Und weiter: „Die Beziehung der millionenschweren Sängerin und ihrem Akrobaten (ja, stand da wirklich so: die Beziehung ... und ihrem Akrobaten, nicht zu oder wenigstens mit ihrem Akrobaten, aber für sauberes Deutsch werd ja noch nicht mal ich gut bezahlt) ... wo war ich? Ach ja: Also, die Beziehung „der millionenschweren Sängerin und ihrem Akrobaten gerät unter Druck. Hat er Probleme mit der starken Frau an seiner Seite?“

Die Helene. Jetzt hat sie sich gerade vom Silbereisen losgerostet, da ist schon wieder Stress, nur weil sie so stark und millionenschwer ist. Und ich dachte: Gerade deswegen hat sie doch den Akrobaten, der ist selber stark und hält bestimmt auch die Millionen aus. Die Bunte war aber vom Juli. Jetzt weiß ich nicht, was aus den beiden geworden ist. Egal, ich raunte die Schlagzeile dann zur freundlichen Frau am Empfang, Monika Kutsch, rüber: „Hamse schon gehört? Helene Fischer: Erste Risse im Glück!“ Und schon ging’s los: Der ganze Quatsch, den sie uns in diesen Zeitschriften andrehen wollen, schimpfte sie, und überhaupt, „jed’ Woch en ander’ Diät“, als sei man als Frau ausschließlich zur Schlankheit verpflichtet und immer wegen irgendwas nicht gut genug (ich stimmte zu, stumm und co-empört) ... das gehe ihr furchtbar auf die Nerven – und dann sagte sie den wunderbaren Satz, der alles ins Reine brachte und mindestens so wertvoll ist wie die Millionen, die ja sowieso nur der Helene gehören: „Mer muss och mal en bisschen froh mit sich selber sein!“

Da war ich dann froh. Mit mir (ein bisschen) und mit dem Satz von Frau Kutsch (sehr). Seid also zwischendurch auch mal ein bisschen froh mit euch selbst. Zumal dann Karl-Heinz auch noch einen Satz seiner Mutter hinterherschickte. Die habe nämlich immer gesagt: „Et hätt doch jeder jätt Joodes.“

Jenau. Jeder hat was Jutes. Na jut: fast jeder. Mehr Jutes in Kürze, wenn ich wieder darf. Net rennen!

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