Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Betäubt, Teil 3

Ein froher Gruß nach Darscheid! Von dort meldet sich nämlich, nach meinen Erzählungen von voriger Woche (Krankenhaus, Doktorei, Schnippelei, Topbehandlung) Wolfgang Kreutz, der, wie er schreibt, auch der „betäubenden Gattung“ angehört, sein „Biotop“, sagt er, sei aber nicht Prüm, sondern Gerolstein.

Eine schöne Mail, mit der er mir auch den allerletzten Restschmerz wegnarkotisierte (in Gerolstein, fällt mir da ein, hatte ich vor 35 Jahren ein ähnliches Erlebnis übrigens. Könnt ich mich ja hier auch nochmal für bedanken. Danke). Dank auch an die anderen, die gute Wünsche und freundliche Rüffel sandten, von wegen: nun is aber mal gut. Letzteren sei gesagt: Ist gleich vorbei.

Aber man muss eine Sache zu Ende bringen. Deshalb: der Zahn. Der legte nämlich nach meinem Telefonat mit Doktor Robert dermaßen los, dass ich dann gleich am nächsten Morgen bei ihm im Stuhl saß. Und mir völlig egal war, dass ich ja eigentlich gar nicht sitzen konnte. Nach Betrachtung des Röntgenbilds (Diagnose: alles zu spät) blieb nur eine Lösung: die Extraktion. „Hau mich weg, hol den raus“, barmte ich. „Ich hau dich weg und hol ihn raus“, bestätigte Robert. Dem Zahn gefiel das nicht. Und als wir schon dachten: Jetzt haben wir ihn, machte er schlicht „Krrackkk“. Und ging nicht so ganz. „Skalpell“, sagte Robert (wie gut, dass er mich weggehauen hatte), und zuppelte dann feinstmororisch den finalen Wurzelfitzel raus, der tapfer und treu bei mir hatte bleiben wollen. Schnell alles zugenäht, Patient froh.

Und stolz: War er doch zweimal in nur acht Tagen unterm Messer gewesen. An ganz unterschiedlichen Stellen! Klar, die nächsten Tage sah ich aus wie ein asymmetrisch zusammengebautes Backenhörnchen. Aber der Schmerz war fort! Außer ein bisschen Wundschmerz. Aber den, hatte mir Robert fröhlich nachgerufen, „sollst du auch haben!“

Und so wurde langsam alles wieder heil.

Ich darf kurz emotional werden und zum wesentlichen Punkt kommen. Egal, wo ich mit meinen Malessen aufschlug: Überall waren sie freundlich, fähig und flott (und das sind nur die Eigenschaften, die mit „f“ anfangen).

Wenn du, als pupsnormaler Kassenkolumnist, das erleben darfst, dann hast du zwei Verpflichtungen. Erstens: danke sagen. Zweitens: davon erzählen. Tut auch gar nicht weh.

So, jetzt muss ich üben, nächste Woche (ich las es im Volksfreund) trag ich den Bitburger Landfrauen was vor. Und das soll für die eine schmerzfreie Erfahrung werden. Freu mich schon. Et jit net jerannt.

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