1. Meinung

Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : In der Wand

Schon wieder Recht gehabt, ich glaub’s bald nicht mehr (wir sind, nach den ausufernden Feierlichkeiten gestern zum Kolumnenjubiläum wieder im C-Logbuch – Eintrag 15): Also – erst beklaut mich Donald T. mit seinem Desinfektionsmittelquatsch.

Und jetzt meldet dann auch der Spiegel, das Sturmgeschütz der Virokratie, Corona könne sich beim Sprechen übertragen.

Das hätten nämlich „US-Forscher“ (die schon wieder) in einem Experiment gezeigt. „Mit Laserlicht.“ Und siehe: Besonders gefährlich, sagen die Dings, US-Forscher, seien „Zischlaute“. Wie etwa in: „Zischlaute.“ Und wo stand das zuerst? Welcher Nicht-US-Forscher schrieb’s? Genau.

Das heißt in der Konsequenz für uns Eifeler, und ich kann es nicht oft genug mahnend mitteilen: Wir mit unserem ständig rausgeschüsselten „sch“ gehören alle zur hochvulnerablen Risikogruppe. Hier, mitten im rheinisch-moselfränkischen Zischgeräuschepizentrum. Und wenn ich einen Begriff wie „rheinisch-moselfränkisches Zischgeräuschepizentrum“ jemals mich erkühnte im Beisein Dabeiseiender auszusprechen, in einer mittelgroßen Halle etwa, dann setzte ich ganze Infektionszyklen in Gang. Und genau: Gangelt wäre nix dagegen. Machen Sie da mal eine Studie drüber, Herr Streeck!

Kommen wir zu erfreulicherem. Dieser Tage glückte mir – seuchenbedingt ist man ja viel im Freien – eine Leistung, die mich viel stolzer macht als das ewige Rechthaben: die Solobesteigung eines heimischen Doppelmassivs. Zuerst bezwang ich den gewaltigen Höhlenberg, 80 Meter Höhenunterschied mindestens, es folgte die Traverse Kerschenbach-Hammerhütte samt kühner Querung der reißenden Kyll, dann die hochgefährliche Überwindung des Hardthügels, und das alles in gerade mal 85 Minuten und ohne anschließende Herzmassage. Gut, der Messner hätte das im Handstand rückwärts schneller hingekriegt, während er auf jeder Fußsohle einen Yeti balanciert, aber ich fand’s toll.

Feierabend. Bleibt heil, bleibt auf Distanz. Danke für die Gratulationen und all die Geschenke, die ... ahem ... ja bestimmt noch körbeweise kommen werden. Ich gönn mir jetzt eine kleine Tröpfcheninjektion. Egal was, Hauptsache, es zischt beim Aufmachen.

Et jit net jerannt.