1. Meinung

Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Runter von meiner Lichtung!

Zu den Vorzügen einer dauerhaften Eifelstationierung gehört der unmittelbare Zugang zum Wald, in den man sich jederzeit verziehen kann, um dort durchzuatmen, Tiere zu erspähen und Bäume zu herzen.

Und manchmal lernt man dort, in diesem, meinem Fall als dienstlich pirschender Dorfkolumnist, sogar – siehe Artikel links – Pferde kennen, die verständiger sind als manch einer, der jetzt durch die Straßen marodiert und für seine „Freiheit“ demonstriert. Wobei er darunter aber offenbar nur zu verstehen scheint, sich wie eine Wildsau benehmen zu dürfen.

Man möchte sie am liebsten von der Lichtung jagen und ihnen die Kirrung verweigern, aber dann fühlen sie sich gleich schon wieder als Opfer und schreien von Neuem los (so viel zum Thema Corona-Log, das war Eintrag 17).

Aber wo wir so schön durch den Forst stapfen und wo wir so schön von kaltblütigen belgischen Gäulen erzählen, da hab ich noch was für euch: Ebenfalls aus dem Brief von Tarlach Wohlers-Grant, dem Forstrevierleiter in Oberkail. Schnürte er doch einst durchs nahe Nachbarland, beleidigte beinah einen royalistischen Postbeamten (er wollte eine Karte verschicken und verlangte eine schöne Briefmarke, nicht die mit dem König drauf. Es ging aber alles gut aus) und brachte von dort seinen ostbelgischen Lieblingswitz mit: „Wie macht ein belgischer Hund?“ Genau: „Wau, ?!“

Hinzu kam diese Woche wieder schöne Post von Hans-Leo Hilgers aus Üxheim, der aus einem Dorf im Hillesheimer Land folgende Begebenheit rüberschickt, die uns ganz nebenbei zeigt, wie lässig wir hier mit Menschen von, sagen wir, dichterer Pigmentierung umzugehen wissen: An einem schönen Sommertag im vergangenen Jahr, schreibt Hans-Leo, sitze Kätt, so um die 90, vor ihrem Haus. Freundin Liss von gegenüber geselle sich dazu. Kätt aber schickt Liss zurück, denn bei der sei gerade „d’r Schornsteinfäjer“ aufgekreuzt. Liss huscht hinüber, dem schwarz Schattierten hinterher – und kommt lächelnd zurück: „Et woer net dr Schornsteinfäjer. Et woer nur die Urlaubsvertretung vaan oosem Pastuer üss Indien.“ Und der Seelsorger vom Subkontinent habe ihr „de Krankenkommunion brääch“. Da bleibt mir nur zu danken. Und jetzt würd ich gern wieder ungestraft nach Belgien dürfen. Et jit net jerannt, ?!