1. Meinung

Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Tier-, pah, -Wohl

Thema heute: Tiere. Weil: Gestern ... also vorgestern, von heute aus gesehen, während ja das Heute, an dem ich das hier schreibe, wenn ihr es dann lest, auch schon wieder gestern ist, hab ich diesen Gag nicht schon mal gebracht (der Coronastress bestimmt, pardon, C-Log 23)?

Egal, lest es einfach und kümmert euch nicht, denn wenn man diese Kolumne liest, ist immer heute. Also: Gestern hat eine der herrenlosen Katzen aus der Nachbarschaft uns wieder eine Morgengabe auf die Fußmatte vor der Haustür gelegt. Mittendrauf. Ne Wühlmaus. Und heute, also gestern, eine Normalmaus. Leider läuft die Kommunikation mit der Katze schlecht, sie versteht nicht, dass wir keine Geschenke brauchen, wir haben doch schon alles außer Geld. Jetzt auch einen Hausrotschwanz. Ich rettete ihn aus dem Kamin, in dem er barmend saß, nachdem er von der Schornsteinkante hinabgestürzt war. Schon der dritte Vogel, den ich befreite in all den Jahren des ewigen Heute. Ich wusste gar nicht, obwohl doch Eifeler Naturkind, dass es die gibt, Hausrotschwänze. Es ist wie mit den Rotmilanen: Seit ich den ersten sah, seh ich ständig welche. Und bilde mir, wir sind wieder beim Hausrotschwanz, jetzt ein, dass der mein Freund ist, weil seitdem immer einer ums Haus flattert und fiept. Ist aber auch ein schönes Tier. Mein Lieblingsvogel neben dem Rotmilan. Und der Krähe. Letztens sahen wir beim Coronawandern einen Luftkampf zwischen Krähe und Milan. Und der Milan hat nicht gewonnen.

Der Rotschwanz ist gerettet, sofern ihn nicht die Katze eines Tages vor die Tür legt. Und alle, sogar die Wühl- und die Mausmaus, hatten’s besser als die armen Säue, deren Elend mit einem Aufkleber dokumentiert werden soll, der den verlogensten aller Lügennamen trägt: „Tierwohllabel“. Oh, Kolumne zu Ende. Gut, sonst käm ich noch ins Labeln. Wie der Chinese sagen würde. Aber von dem fang ich lieber nicht auch noch an. Ich hab nämlich Angst, dass der gewinnt. Nicht heute, also gestern, aber morgen. Schüss, ich geh Vögel gucken. Fiep! Et jit net jerannt.