1. Meinung

Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Eifeler Weißräume

Weiße Welt, wie wunderbar wieder! Draußen schneit’s lässig vor sich hin, drinnen dengelt der Kolumnist (der nicht immer in der dritten Person von sich sprechen sollte, wie sieht das denn aus!?) tapfer an seiner Samstagsdepesche.

Was war ich froh, als wir dieser Tage über die Höhen der Südeifel stiefelten und die Kamera gar nicht wusste, wohin sie knipsen sollte. Alles war weiß, ein Traum, ich kenn das ja fast nur von den mächtigen Höhenzügen der Schneifel, die sich stellenweise auf beeindruckende, äh, 700 Meter schrauben, wenn man die größeren Bäume mitrechnet.

Das wird jetzt gleich wichtig, das mit der Südeifel, weil: Es kam Post. Von „bekennenden Islekern“ (ein weiterer, schwindelerregender Höhenzug, tief im Westen unserer rauen Heimat). Genauer: aus Oberpierscheid. Und zwar von ... hier, Dingens ... ach ja, ich soll wieder nur schreiben „Schiwisch hierem Aalsten“, also der Ältesten von – ihr versteht schon, Eifeler Namensgebung, klassische Variante. Sie referiert einen noch taufrischen Winterdialog, in dem wiederum „Stengs hieren Jungsten“ die entscheidende Aussage trifft.

Der nämlich, also Stengs hieren Jungsten, erzählte einem Bekannten von den Isleker Schneemassen. Der Bekannte stammte aus dem Bekov, also dem Bitburger Raum. Und berichtete, dass man dort gar keinen Schnee (mehr) habe. Antwort des Dialogpartners: „Dern Schnie“ (also der Schnee) „hot och sengen Stolz.“

Topsatz, danke! Aber, wie eingangs verkündet, so isses ja zum Glück gar nicht. Der Schnee hat seine Huffahrtigkeit überwunden und schenkt sich auch über den Süden üppig her in diesen frühen Tagen des Jahres.

Apropos schenken: Dank an Julia Peter, die mir als Neujährchen und im Nachgang unserer vorigen Kolumne ein hochwilkommenes Lakritz-Carepaket brachte. Schön, wenn Menschen nicht nur an sich denken. Sondern auch an mich.

Draußen rieselt’s weiter, darum:
Et jit net jerannt.