1. Meinung

Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Evtl. mit Gewalt

Schließt mal alle kurz die Augen und stellt euch vor, heute sei nicht Freitag, sondern Samstag … So, wieder auf? Gut. Weil: Morgen, also … nein, heute (ist ja Samstag, puh) ist Feiertag (ich schreibe das hier übrigens, um euch noch mehr zu verwirren, am Donnerstag).

Wo war ich? Samstag! 1. Mai. Tag der Arbeit. An dem wir alle ironischerweise nix schaffen, abgesehen von denen, die ihre Autos, wie an allen Samstagen, mit Lappen liebkosen oder hinterm Mäher über ihre Rasen rennen, was man, auch im Grün, nicht tun soll, siehe unten. Wir aber hier beim Volksfreund arbeiten auch gestern, also Freitag, bzw. morgen, weil heute ja für mich noch Donnerstag ist, nicht, weil wir keine Samstagsausgabe machen müssen. Ich wollte euch aber trotzdem nicht ohne Kolumne ins Wochenende schicken, dann säße mir drei Tage lang das Gewissen im verspannten Nacken.

Ich habe übrigens ein Experiment vorgenommen. Weil ich meine, apropos Lappen, C-Maske (Log 52) noch im Gesicht hatte gestern nach kurzem Einkauf (da war Mittwoch, muss euch aber nicht interessieren, für euch ist heute SAMSTAG) einfach angelassen habe, als ich dann kurz mal … hm … kann man das schreiben? Doch. Denn ich war da, wo wir alle mal hinmüssen zwischendurch. Und was soll ich sagen? Olfaktorisch viel angenehmer! Das ist ein Gewinn, von dem noch niemand berichtet hat.
Die Maske, nein, sie ist kein Fluch! Sie schützt vor Viren! Und Geruch!

Gewinnend auch die Post von Siegfried Mathieu aus Neuerburg: Denn er hat, schreibt er, von einem Bauarbeiterpolier den schönen Eifeler Ausdruck „hujaken“ gehört. An der Baustelle habe es eine Rest- oder Flickarbeit zu tun gegeben. Ansage des Poliers: Das lasse er den Gesellen machen, „dann kann der da mal hujaken“. Das heiße wohl übersetzt so viel wie „broarden, murksen“ oder so ähnlich, sagt Siegfried.

Ich bin begeistert. „Hujaken“ – mir neu. Aber auch „broarden“. Dankeschön! Zu Hujaken gibt die mir vorliegende Literatur nichts her. Kann jemand helfen? „Broarden“ aber, wie so viele Eifelbegriffe in vermutlich zahlreichen Schreibvarianten unterwegs, fand ich im weisen Werk von Norbert Endres über den Speicherer Dialekt. Da steht es als „bruaden“ und bedeutet erstens Grübeln und zweitens „mühsam (evtl. mit Gewalt) etwas tun“. Nur heute nicht. Heute ist Sams … egal, jedenfalls: frei! Und diese Kolumne ist ausgehujakt und wird von mir jetzt, evtl. mit Gewalt, zu Ende gebracht.

Et jit net jerannt.