1. Meinung

Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Frischlinge

Es passieren so viele Schweinereien auf der Welt, auch mit Schweinen, dass man …nein, ich wollt ja was Schönes erzählen, also neu: In gewissen Gemeinden der Südeifel nämlich benutzen die Leute, wie uns Manfred Eckes aus Neuerburg schreibt, ein Spitzenwort für ein gutgeratenes Jungschweinchen, also Ferkel.

Nämlich: „Brelek.“

Bitte merken, den Manfred und das Ferkelwort (man nennt das „Vorbereitung der Pointe“). Erst aber an anderer Stelle weiter im Text: Noch ein lieber Kolumnenzuträger schrieb wieder, nämlich Georg Mäschig, Gerolsteiner mit niederrheinischem Migrationshintergrund und deshalb, wie er selbst fachmännisch sagt, „bilingualer Dilettant“ (grob übersetzt: zweisprachiger Schouten). Vom Niederrhein an die (fast noch) Obere Kyll, ich halte das für einen Aufstieg. Jedenfalls hat sich Georg mit dem „Hujaken“ befasst, das wir hier vorige Woche auf Hinweis von Siegfried Mathieu – wieder Neuerburg! – bedichtet haben. Hujaken, also schaffen, Schweres verrichten und, wie wir in den nördlicheren Zonen der Eifel sagen, auch: „Pracken.“

Und Georg machte sich auf die Suche nach der Erklärung. Fand aber dann ein ganz anderes Wort, das dem Hujaken ähnelt und die gleiche Bedeutung hat, jedoch aus Norddeutschland kommt und „Wuraken“ heißt. Ob da das „Werken“ drinsteckt? Man steckt nicht drin. Aber: schön, danke!

Und jetzt zum besonders Schönen dieser Woche, in der sonst nicht viel Schönes war. Manfred nämlich meldet: Er ist Opa geworden. Ein Jüngelchen, wir gratulieren! Aber auch zu der Geschichte, die ihm einst seine Tante aus Preischeid erzählte und die er uns natürlich rüberschickte.

Und die geht so: freudiges Ereignis, Kindchen geboren. Eine Nachbarin kommt vorbei und bestaunt das Baby nach allen Regeln der Babybestaunungskunst. Und ruft voller Bewunderung: „Oh, dat as jo eh Kand wie en Brelek!“ Saugut, sag ich. Danke – und et jit net jerannt.