1. Meinung

Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Korrekturen

Auf dem Weg nach Prüm heute Morgen fahren vor mir zwei Transporter, auf denen noch das alte „Muh“-Design zu sehen ist, also das Logo der, schnief, von der Arla verputzten Milch-Union Hocheifel. Schon greift mir die Nostalgie ans Herz.

Und – zack! – springt die Erinnerung weiter zurück in die Zeit, als der Journalismus einmal der schönste Beruf der Welt war.

Warum er das nicht mehr ist, dafür gibt es tausend Gründe, etwa 997 davon digitale, aber darum geht’s mir heute nicht (zumal man als Eifelkolumnist ja noch froh sein kann, Eifelkolumnist sein zu dürfen). Manchmal nämlich, wenn du Glück hast, kehrt dieses Gefühl zurück. Da rufst du morgens aus Prüm in Paris an und hast Monique Lévi-Strauss am Telefon. Was sie mir erzählt hat, habe ich diese Woche geschrieben, wenn ihr es nicht gelesen habt: Lest es.

Monique Lévi-Strauss ist 95 Jahre alt und hat dieses tolle und wichtige Buch geschrieben über ihre Jahre in Deutschland und in der Eifel – in einer Zeit, als viele nicht nach Deutschland, sondern unbedingt aus Deutschland raus wollten und mussten. Und trotzdem spricht sie liebevoll von den Menschen, denen sie hier begegnete. Nein, nicht allen. Aber doch einigen. Ich war nach dem Gespräch mit ihr so beseelt, dass ich allen damit auf die Nerven gegangen bin.

Und in meiner Begeisterung habe ich dann einen Fehler gemacht. Vor lauter Glückseligkeit habe ich, da sie ja Belgierin ist, behauptet, sie sei auch dort geboren (und weil ich sie später nicht mehr erreichte, um ein paar Punkte zu klären, blieb der Fehler drin).

Gestern habe ich ihr alles geschickt. Und noch zwei Fotos von der Basilika, die ihr so viel bedeutet. Da hat sie sich bedankt. Aber auch angemerkt, dass sie eben nicht in Belgien geboren sei, sondern in Paris (und ich: Schreck! Fehler! Ausgerechnet in diesem Artikel!). Dann las ich ihren nächsten Satz: „Aber das ist nicht wichtig.“

Groß, oder? Ihr ist viel wichtiger, sagt sie, dass ihr Buch hier schon so viele Reaktionen erfährt. Und mir ist es wichtig, den Fehler zu korrigieren. Voilà. Und: merci, Madame. Weil ich dann doch einmal wieder dachte: bester Beruf der Welt.

Et jit net jerannt.