1. Meinung

Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Im letzten Drittel

Ich weiß nicht … für mich war das Spiel gegen den Franzosen fast schon ein Sieg. Weil: nur Nulleins. Ich hatte mit Schlimmerem gerechnet.

Der Franzos’, hatte ich vorher gesagt, der schenkt uns locker drei Dinger ein. Und dann können wir noch froh sein, wenn es kein größeres Debakel gibt. Aber gut: Wenigstens das Geschwätz von „der guten Stimmung im deutschen Team“ hat ein Ende.

Abhaken. Heute dann Portugal. Ich fürchte, viel besser wird das auch nicht. Was ich aber, apropos Geschwätz, inzwischen wirklich sehr, sehr schlimm finde, das ist das mit den Co-Kommentatoren beim Fußball. Was für ein Gesülze.

„Absolut. Das nimmt total Überhand. Hehe.“

Huch? Wer war das denn?

„Ich.“

Wer, „ich“?

„Dein Co-Kommentator.“

Mein Co-Kommentator?

„Absolut.“

Ach komm. Das ist hier meine Kolumne. Meine. Verstehst du? Müssen wir jetzt auch hier beim Volksfreund wirklich jeden Quatsch mitmachen? Co-Kommentator. Ich glaub, es hackt.

„Auf jeden Fall. Du zum Beispiel, du musst echt mal von deiner Ballbesitzkolumnistik wegkommen. Und du stehst viel zu tief.“

Zu tief? Was heißt das denn? Ich meine, klar, stimmt schon, in der Volksfreund-Hierarchie stehe ich etwa auf dem Rang einer Kleinanzeige für 20 Euro, aber zumindest das hier, das war immer mein Ding, wo mir keiner reinquatscht, mein persöhnlicher Sechzehnmeterraum, in dem ich …

„Box.“

Box?

„Box. Sechzehner sagt keine Sau mehr, wenn sie eine coole Sau sein will. Und außerdem solltest du dir mal überlegen, was du im letzten Drittel anstellst. Wie du mit dem zweiten Ball umgehst. Da fehlt mir bei dir die Körperspannung. Und als falsche Neun musst du ...“

Körperspannung? Falsche Neun? Ich? Willst du einen auf die Zwölf?

„Auf jeden Fall.“

Hat keinen Sinn. Ich geb auf.

„Auf jeden Fall. Bis dann, wir sehn uns in der Review Area.“

Auf keinen Fall! Et jit net jerannt.

„Absolut.“