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Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Verräter, alle!

Die Dietzenley: Furchterregend steil ragt der mächtigste Berg des Gerolsteiner Lands am Dorfsaum von Büscheich in den Himmel. Für Eifel-Alpinisten ist ihre Besteigung eine technische Herausforderung, die weit höher einzuschätzen ist als, sagen wir, ein Achtelfinale gegen England.

Und doch bezwang ich einst die steile Flanke (okay, Schluss mit Fußballanspielungen) dieses Bergs, weil ich mir in den Kopf gesetzt hatte, sämtliche keltischen Fliehburgen und Wohnstätten der Eifel zu erobern. Und auf der Dietzenley war eine besonders coole. Heute ist sie, wie alle, nur noch ein Steinhoppen.

Am Fuße des Bergs aber, ich sagte es, liegt das schöne Büscheich. Und just von dort kommt frische Kunde: Von Oswald Weber. Er liefert uns die Fortsetzung der Vorwochenkolumne, als es ja darum ging, dass der Herr dereinst „von dannen“ beziehungsweise „von Dahnen“ kommen werde, zu richten die Lebenden und die Toten (rasch ein Gruß an Dahnens OB Peter Philippe, den ich vorige Woche zum Sündenlöscher ernannt habe: Bei ihm steht das Telefon nicht mehr still. Alle wollen, dass er sich beim Herrn für sie verwendet. Und danke, Peter, für das Produkt aus den, natürlich, bischöflichen Weingütern!).

Das alles, schreibt Oswald, habe ihn an schlimme Schmähungen erinnert, die die Büscheicher früher ertragen mussten. „Der Name Büscheich“, erklärt er, „entstand erst im 19. Jahrhundert. Zuvor, etwa ab dem 17. Jahrhundert, hieß das Dorf Obereich und noch früher einfach Eich. Noch heute sind wir bei den Nachbarn ,die Eecher’“.

Nun heiße es, ebenfalls in der Bibel, „dass Jesus zu seinen Aposteln sagte: ,Einer von euch hat mich verraten’“. Eine perfekte Steilvorlage (ich sagte doch: Schluss mit Fußball! Mann!) für die Leute aus den Nachbardörfern. Wenn die nämlich die Büscheicher ärgern wollten, riefen sie: „Einer von Eich hat mich verraten.“ Herrlich. Danke!

PS: Die sind aber gar nicht so, die Eecher. Et jit net jerannt.