1. Meinung

Kolumne Eifel-Einsichten

Kolumne Eifel-Einsichten : Das Wichtigste

Da seht ihr, Lesende: Wenn man sich zu seinen Vergehen bekennt, kann alles gut ausgehen!

Meine Selbstanzeige von voriger Woche – ich klaute dem Kollegen Winfried Kaffee und gestand meine Schuld vor aller Eifeler Welt – hat zu einer friedlichen Lösung geführt. Winfried leitet keine rechtlichen Schritte ein. Konfliktpotenzial lauert allerdings noch in seiner Behauptung, trotz gleichen Baujahrs sehe einer von uns älter aus. Und er sei das nicht.

Wir werden das ausdiskutieren, mit schweren rhetorischen Waffen. Aber nur im Spaß. Jedenfalls: Danke, Winni, und kauf dir einen neuen Spiegel. Und weil ich gerade im Friedensmodus bin (vielleicht ist es ja das in weniger als 24 Stunden dräuende, dann auch amtlich eintretende Alter), will ich meinem lieben Kollegen und Freund Vladi noch kurz rübergratulieren, der hat nämlich vor ein paar Tagen schon genullt. Vladi, der so schön schreiben kann. Der, ihr habt es alle gelesen in unserem gemeinsamen Artikel, damals direkt aus dem Prager Frühling mit seiner Familie zu uns kam. Glück für uns. Vladi, mit dem man so schön musizieren kann (ich freu mich schon drauf!). Der nie die Ruhe verliert, während ich schon längst von Panikschüben geschüttelt werde. Und der viel jünger aussieht als, äh, Winfried.

Schnief. Bisschen sentimental wird man doch an so Tagen. Und denkt an seine Liebsten und Wichtigsten auf der Welt. Denen man es nicht immer leicht macht, obwohl man das doch gar nicht will.

Man denkt an verpasste Chancen und ... Moment. So schlimm war‘s dann auch wieder nicht. Zudem hab ich schon einen etwa 50 Zenti … nochmal nachmessen … okay, sieben Zentimeter hohen Stapel Post bekommen mit lauter guten Wünschen von lauter guten Leuten. Und vor allem: deutlich mehr von Leutinnen, also Leserinnen, als von Lesern. So divers sind die bei Rock am Ring nicht, da treten wieder fast nur Typen auf. Und ihr Luschen wollt Rock’n Roll sein!

Danke! Auch all den tapferen Kolleginnen, denen ich gern mal auf die Nerven gehe. Und für das schöne Kompliment, das ich von Gertrud Hell aus Bleialf erhielt: „Watt, dir jitt eriecht sächzisch?“

Wichtig ist doch vor allem eines: wertgeschätzt zu werden. Das ist nicht jedem vergönnt. Zum Beispiel den Herren Lewandowski, Gnabry und Kroos. Die zwei Ersteren fühlen sich bei den Bayern nicht wertgeschätzt. Also finanziell. Versteh ich. Serge G., z.B., will da weg, weil er nur 19 Millionen verdient (im Jahr, nicht im Leben). Recht hat er, dafür würd ich auch nicht jeden Samstag durch die Kolumne dribbeln wollen. Ich würd’s auch für 15 Millionen tun. Und Kollege Kroos von Real Madrid fand es zutiefst fußballerverachtend, nach dem bedingt verdienten Finalsieg gegen Liverpool semi-kritisch gefragt zu werden, warum seine Truppe da anfangs ein bisschen in die Klemme geraten war. Anstatt, so als Weltmeister und fünffacher Champions-League-Sieger bekäme man das ja hin, die Antwort locker rüberzuluppen (so was wie: „Aber wir haben trotzdem gewonnen, weil wir cooler waren, hehe“) brach er das Interview ab und fand die Frage „ganz schlimm, wirklich“.

Da hab ich‘s besser. So, und jetzt zähl ich meine Millionen. Nein, Quatsch. Sondern, wie damals Schiller, die Häupter meiner Lieben und lieben Lesenden. Die sind mir nämlich tausendmal mehr wert. Und wer’s mir nicht glaubt, kriegt was auf die Glocke, und zwar ganz schlimm, wirklich. Auf euch! Und:

Peace, Leute. Et jit net jerannt.