1. Meinung

Ein Fest der Weine an der Küste

Ein Fest der Weine an der Küste

Ich habe es schon einmal an dieser Stelle geschrieben. Schleichwerbung ist nicht mein Ding. Sogenannte Flaggschiffe, ob Hotel, Restaurant oder Winzer, darf man aber ruhig einmal herausstellen. Der Betrieb, über den ich mich jetzt auslasse, stellt auch keine Konkurrenz für hiesige Häuser dar.

Denn es handelt sich um das Hotel Fährhaus in Nessmersiel. Und das liegt am ostfriesischen Teil der Nordseeküste, mehr als 500 Kilometer von der Mosel entfernt.
Was hat das mit Wein zu tun, fragen Sie zu Recht. Dort oben reagieren doch nach landläufiger Meinung Bier und Korn. Nicht so im Fährhaus: Maximilian und Anja Eberleh setzen auf Wein - vor allem den aus deutschen Landen. 13 offene Rebensäfte, alle trocken oder halbtrocken, stehen auf der Karte. Dazu kommen 42 Flaschenweine und einige Sekte. Meiner Meinung nach sind sie alle fair kalkuliert.
Maximilian Eberleh hat bekannte Winzer, aber auch Geheimtipps im Angebot. Vertreten sind Mosel, Baden, Rheingau, Rheinhessen, Pfalz, Nahe und Ahr. Ein halber Liter offener Wein kostet im Durchschnitt zwölf Euro. Da kann man nicht meckern. Schließlich gilt das Fährhaus als eines der besten Fischrestaurants an der Küste.
Eberleh kennt seine Winzer persönlich. Er will sogar noch mehr Augenmerk auf ihre Erzeugnisse legen und hat die zweite Fassbiersorte abgeschafft. Dass der Wein ein ganz besonderes Getränk ist, hat er längst gemerkt. Nicht jeder Wein, der ihm schmecke, komme auch bei den Gästen gut an, gibt er zu.
Zu viel Lob schadet vielleicht. Aber ich muss es schreiben. Ich habe noch nie einen gastronomischen Betrieb erlebt, in dem alle Rädchen so gut ineinandergreifen, wie das im Fährhaus der Fall ist. Zudem kommt dort auch im dicksten Betrieb nie Hektik auf. Und die Freundlichkeit erscheint nicht aufgesetzt.