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Garten
Eingemachte Gärten

 Kathrin   Hofmeister.
Kathrin Hofmeister. FOTO: TV / Kathrin Hofmeister
Gibt es im Garten wirklich nichts mehr zu tun, widme ich mich den Grünpflanzen im Haus. Schwer im Kommen sind Gärten im Glas. Flaschengärten waren schon einmal in Mode. Jetzt spricht man vom „botanischen Terrarium“ oder einem „Florarium“, und das Comeback erscheint als etwas Neues. Von Kathrin Hofmeister

Ganz raffiniert wird es mit geschlossenen Glasgefäßen. Kommt endlich die alte Apothekerflasche aus dem Keller zum Einsatz, denke ich mir. Sehr dekorativ sehen auch Bonbonnieren aus. Und wer lieber lebende Pflanzen als Obst einweckt, greift zu Einmachgläsern. Hauptsache, es gibt einen Deckel zum Verschließen. Denn Zimmerpflanzen wie Zierpfeffer oder Blattbegonien und alle anderen, die hohe Luftfeuchtigkeit lieben, sollen in der „Hermetosphäre“ wachsen. Hinter den lateinischen Begriffen für „verschlossen“ (hermetice) und „Hülle“ (sphaira) steckt die Idee eines autarken Ökosystems. Der Garten in der Flasche kommt praktisch ohne Gießen aus. Hat man den Geheimtipp erfahrener Terrariengärtner befolgt, und eine Schicht Aktivkohle zum Filtern des Wassers auf das Substrat gegeben, dürfte es nicht einmal Probleme mit Bakterien geben.Und hier liegt das Problem: Es gibt nichts zu tun. Das bisschen Kondenswasser, das man ab und an mit einem saugfähigen Küchenkrepppapier von den Glaswänden tupft, damit die Grünpflanzen hinter Glas sichtbar bleiben, reicht meinem grünen Daumen nicht, wenn die Gartenarbeit fehlt. Ich könnte einen Flaschengarten nach dem anderen anlegen: Eine Schicht Pflanzgranulat (keine Erde) in die saubere Flasche geben, Pflanzentriebe vorsichtig einsetzen und mit Substrat auffüllen bis die Wurzeln bedeckt sind. Mit einer Pipette sparsam angießen. Aber ich habe etwas Besseres entdeckt: Winterlinge und Krokusse spitzen bereits aus dem Boden – viel zu früh. Ich muss ihnen dringend richtige Erde übers Grün häufeln.
⇥Kathrin Hofmeister

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