Gartenkolumne: Erfrischende Minzen

Gartenkolumne : Erfrischende Minzen

Krause Minze, Basilikum-Minze, Hemingway-Minze – so viele Minzen! Wer kennt sich da noch aus? Beate Stöcker. In ihrer Gärtnerei im nordrhein-westfälischen Erwitte-Seringhausen zieht sie ihre persönlichen Favoriten und hat mir eine Sortenempfehlung für die kulinarische Seite der einst nur als Teeheilkraut bekannten Trendpflanze gegeben.

Den immer noch beliebten Hugo mixt sie mit den Sorten Spearmint, Marokko und Chocolate. Die eignen sich auch für alle anderen Sommercocktails, und Granada noch dazu. Für Soßen und Fleischgerichte empfiehlt Beate Stöcker englische Grüne Minze. Süßspeisen verfeinert sie mit Orangen- und Erdbeerminze. Ein Allrounder ist die Ananas-Minze Pinedo. Sie sieht mit ihrem grün-weiß panaschierten Blatt zudem noch dekorativ aus und besitzt einen geringeren Mentholgehalt als andere Minzen. Das macht sie für empfindlichere Menschen bekömmlich. Interessant ist das auch in Salaten, wenn der Minzgeschmack nicht hervortreten soll, und ideal zum Aromatisieren von Desserts.

Vor allem für Balkongärtner haben solche Fruchtminzen den großen Vorteil, dass sie Trockenheit besser vertragen als die feuchtigkeitsliebende Pfefferminze. Ohnehin wird häufig empfohlen, Minzen wegen ihres Ausbreitungsdrangs im Topf zu halten. Müsste auch mit einer Kiste gehen, dachte ich mir, und pflanzte vor Jahren verschiedene Minzen in ein von Holzwänden nach allen Seiten eingefasstes Beet. Doch was war das? Anstatt wild über den Rand zu wuchern, auf dass ich sie dort ständig schneiden kann und so in Schach halte, mickerten die einst kräftigen Pflanzen in ihrem Gehege dahin. Kein Vergleich mit den „freilaufenden“ Pfefferminzen in Kompostnähe des Nachbarn! Weitere Minz-Experten erklärten mir: Minzen seien Spurensammler. Deshalb wandern sie. Schränkt man sie ein, können sie nicht mehr finden, was sie suchen. Das Einsperren funktioniert also nur kurzfristig. Eine Sommersaison auf Balkon und Terrasse ist kein Problem.

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