1. Meinung

Ernte der Holunderbeeren

Ernte der Holunderbeeren

Den Hollerlikör hätte ich schon gern probiert, wenn man ihn denn aus der Flasche ins Gläschen hätte schenken können. „Mei“, sagte die Wirtin vom Krämerladen auf der Glentleiten im oberbayrischen Freilichtmuseum bei Murnau. Das sei noch eine von dem Jahrgang, in dem sie den Weingeist und Zucker zu früh zu den Holunderbeeren gegeben habe. Sind die gekochten Beeren noch warm, gelieren sie. Ich werde es mir merken – oder lieber gleich ein Holunderbeerengelee kochen.

Auf einen Liter Holundersaft kommen mindestens ein Kilogramm Gelierzucker, fünf Gramm Zitronensäure und traditionell eine Messerspitze Zimt. Alles unter Rühren zum Kochen bringen und zehn Minuten sprudelnd weiterkochen. Heiß in Twist-off-Gläser füllen. Holunderbeeren sind reich an Vitamin A und C, Fruchtsäuren und Gerbstoffen. Also alles Gesunderhalter, die man im Winter gut brauchen kann. Wenn nur das mühselige Zupfen der Beeren nicht wäre.

Werner Weber aus Eisenach hat mir seinen Trick zur Holunderernte geschickt (ein Danke dafür). Das könnte alle TV-Gartenleser interessieren, die derzeit mit dem Gedanken spielen, die schwarzen Beeren für Saft, Holunderbeer-Suppe und -Wein zu ernten: "Die Dolden in einen runden Eimer pflücken, bis zu einer Höhe von etwa zehn Zentimetern. Dann die Dolden mit einer Hand im Eimer schleudern bis alle Beeren sich gelöst haben. Nächste Schicht auffüllen, wieder schleudern - und so weiter."

Allerdings müsse man dies sofort nach der Ernte anwenden, bevor die Beeren Saft ziehen. Bei dieser Methode bleiben unreife Beeren am Stiel hängen. Man muss sich eben nur zu helfen wissen. Den gelierten Hollerlikör haben wir dann übrigens aus der Flasche aufs Butterbrot geschmiert. Ich habe noch nie so guten Holunderlikör gegessen.

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