1. Meinung

GESUNDHEIT: Expertenrat am Telefon: Das hilft bei Prostatakrebs

GESUNDHEIT : Expertenrat am Telefon: Das hilft bei Prostatakrebs

(kat) Nachgefragt: Mediziner beantworteten zahlreiche Leserfragen am Telefon

(kat) Nachgefragt: Mediziner beantworteten zahlreiche Leserfragen bei der TV-Aktion.

 Eine Biopsie hatte keinen Krebs ergeben, doch der PSA-Wert ist weiter gestiegen. Was kann man tun?

Sven von Ahn, Oberarzt und Leiter des Uroonkologischen Zentrums der Abteilung für Urologie und ­Kinderurologie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier: Ich rate Ihnen zu einer Untersuchung der Prostata mithilfe einer speziellen Magnetresonanztomographie (MRT). Damit können verdächtige Bereiche der Prostata entdeckt werden, die nicht im normalen Biopsieschema zu sehen sind. Mithilfe einer Fusionsbiopsie, einer Kombination aus Ultraschall  und MRT-Bild, kann die Treffsicherheit eines bösartigen Tumors  erhöht werden.

Meine Prostata ist vierfach vergrößert, aber der PSA-Wert ist normal. Ist das Krebs?

Dr. med. Roland Bölles, Facharzt für Urologie, Trier: Nicht jede Prostatavergrößerung bedeutet, dass eine Krebserkrankung dahintersteckt. Häufig ist die Vergrößerung gutartig.

Ist ein erhöhter PSA-Wert gleich Krebs?

Van Ahn: Der PSA-Wert ist ein Laborwert, der mehreren Schwankungen unterworfen ist, zum Beispiel auch aufgrund von Entzündungen. Neben der Bestimmung des PSA-Wertes sollte auch immer eine Abtastung der Prostata erfolgen, sinnvoll ist auch  eine Beobachtung des PSA-Verlaufes, um bei steigender Tendenz eingreifen zu können.

Ich hatte vor fünf Jahren Prostatakrebs. Der Tumor wurde mit dem Hochintensiven fokussierten Ultraschall (HIFU) therapiert. Jetzt ist der PSA- Wert wieder leicht angestiegen. Wird wieder mit dem HIFU behandelt, besteht die Gefahr, dass der Enddarm Strahlen abbekommt. Gibt es Alternativen?

Bölles: Die Behandlung mit HIFU ist eine gute Therapie. Alternativ kann eine Androgen-Deprivations-Therapie angewendet werden. Das bedeutet, dass eine medikamentöse Kastration durchgeführt wird. Mithilfe von Medikamenten wird das Testosteron abgesenkt.

Mein Bruder ist an einem Prostatakarzinom verstorben. Habe ich ein erhöhtes Risiko, ebenfalls daran zu erkranken?

Dr. med. Randolf Oermann, Facharzt für Urologie, Trier: Ja, da Ihr Bruder an Prostatakrebs erkrankt war, ist Ihr Risiko, ebenfalls daran zu erkranken, dreifach erhöht. Ist der Vater betroffen, ist das Risiko zweifach erhöht, sind mehrere Verwandte ersten Grades an Prostatakrebs erkrankt, ist das Risiko vierfach erhöht.

Seit Weihnachten habe ich Blut im Urin. Kann das was Bösartiges sein?

Oermann: Suchen Sie dringend einen Urologen auf. Blut im Urin kann ein Hinweis auf eine bösartige Erkrankung im Bereich der Blase oder der Prostata sein.

Ich kann schlecht Wasser lassen. Ist das Krebs?

Van Ahr: Meist handelt es sich um eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Um eine Krebserkrankung auszuschließen, bedarf es mehrerer Untersuchungen.