1. Meinung

Film ab - Die Kinokolumne: "Interstellar"

Film ab - Die Kinokolumne: "Interstellar"

Das Klima hat die Erde beinahe zu einem Wüstenplaneten gemacht. Sand und Dreck verschmutzen die Luft, Mehltau zerstört das Getreide. Die Menschen verhungern. In dieser undatierten, aber nicht allzu fernen Zukunft hat die Ernährung oberste Priorität.

Selbst Astronauten haben ihre Raketen gegen Traktoren getauscht. Auch der ehemalige Nasa-Pilot Cooper (Matthew McConaughey) lebt mit seinem Sohn Tom (Timothée Chalamet), seiner Tochter Murph (Mackenzie Foy) und seinem Schwiegervater Donald (John Lithgow) auf einer Farm. Bis ihn die amerikanische Weltraumbehörde wieder zurückholt. Ein neues Zuhause für die Menschheit scheint der einzige Ausweg.

Gemeinsam mit den Wissenschaftlern Amelia (Anne Hathaway), Doyle (Wes Bentley) und Romilly (David Gyasi) soll Cooper in einer fernen Galaxie fremde Planeten erforschen. Eine Mission von ungewissem Ausgang und unbestimmter Dauer. Wie jede gelungene Science Fiction hinterfragt auch Regisseur Christopher Nolans "Interstellar" unser Verständnis von Zeit, Raum, Moral und Metaphysik. Atemberaubende Bilder und eine emotionale Inszenierung machen den Film für die breite Masse gewiss leichter zugänglich als so manch klinische Sezierung des Genres.

Der Brite läuft damit aber stets Gefahr, ins Rührselige abzurutschen. Anstatt den Zuschauern auch über das Ende hinaus Rätsel aufzugeben, hat "Interstellar" auf seine zutiefst philosophischen und höchst komplexen Fragen schlicht zu einfache, manchmal gar peinliche Antworten. Und so wandelt der Film auf einem schmalen Grat zwischen optischer Perfektion und inhaltlicher Banalität. Dass er nicht abstürzt, ist letztlich auch dem grandios besetzen Schauspielerensemble zu verdanken. Falk Straub

Der Film läuft in Trier, Daun, Prüm und Bernkastel-Kues. Was "Interstellar" von Stanley Kubricks Klassiker "2001: Odyssee im Weltraum" unterscheidet, lesen sie in diesem Beitrag auf volksfreund.de.