1. Meinung

Film Ab - Die Kinokolumne: "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit"

Film Ab - Die Kinokolumne: "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit"

Superhelden-Action mit Tiefgang - Singer hebt Mutantenreihe auf neue Ebenez

Die Erde in nicht allzu ferner Zukunft: Der Krieg zwischen Menschen und Mutanten ist beinahe entschieden. Die Städte sind zerstört, Superroboter haben fast alle X-Men getötet oder versklavt. Lediglich eine kleine Gruppe um Professor Xavier (Patrick Stewart) und Magneto (Ian McKellen) hält die Stellung. Ihr letzter Ausweg: Wolverine (Hugh Jackman) zurück in die Vergangenheit schicken, um die Zukunft zu ihren Gunsten zu beeinflussen.

Nach mehr als einem Jahrzehnt kehrt Bryan Singer auf den Regiestuhl der X-Men zurück und führt in "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" alle begonnenen Handlungsstränge der Fortsetzungen, der Ableger und des Vorläufers mit verblüffender Leichtigkeit zusammen. Was Singer daraus macht, ist das, was der Reihe seit seinem Ausstieg nach "X-Men 2" so schmerzlich gefehlt und was Matthew Vaughn in "X-Men: Erste Entscheidung" wieder auf den Weg gebracht hatte: einen Superheldenfilm mit Tiefgang. Denn Singer gelingt es nicht nur, sich scheinbar mühelos im nunmehr sieben Kinofilme umfassenden Mutanten-Universum zu bewegen. Singer hievt auch Action und Tragik auf eine neue Ebene.
In punkto Action wird den Kino-Zuschauern vor allem die Sequenz im Pentagon in Erinnerung bleiben. Eine Szene in Superzeitlupe, neben der die Szenen aus "Matrix" wie ein Überbleibsel aus der Steinzeit erscheinen.

Was das Drama angeht, nehmen die in der Reihe angelegten Themen der Stigmatisierung, Vertreibung und Vernichtung im neusten Teil wieder größeren Raum ein.

Gemeinsam mit (nahezu) tragischen Helden, die durch den Versuch, ihrem Verderben zu entkommen, erst recht in ihr Verderben laufen, und einem herausragenden Protagonisten (James McAvoy) und Antagonisten (Michael Fassbender) gelingt Singer erneut ein politischer Superheldenfilm, der Fans wie Feuilleton gleichermaßen begeistern dürfte. Falk Straub

Der Film läuft in Kinos in Trier, Bitburg, Daun, Bernkastel-Kues und Prüm.