1. Meinung

Filmrezension zu "Moselfahrt aus Liebeskummer"

Kino : Viel Liebeskummer mit Happy End

Alles ist in Schwarz-Weiß – und trotzdem wirken die vielen Aufnahmen von der Mosel und aus Trier eindrucksvoll. Häufig unterstrichen von Musik fährt der Zuschauer mit den Charakteren an der Mosel entlang, von Trier bis nach Bernkastel.

Die „Moselfahrt aus Liebeskummer“ lebt von genau diesen Aufnahmen, die einen mit nach oben auf die Porta Nigra und auf das Weinfest in Bernkastel in den 1950er Jahren nimmt.

Der Film basiert auf der gleichnamingen Novelle von Rudolf G. Binding aus dem Jahr 1932. 22 Jahre später, ein Jahr nach seiner Premiere, wurde der Film mit dem Deutschen Weinkulturpreis ausgezeichnet. Für Schauspielerin Elisabeth Müller war „Moselfahrt aus Liebeskummer“ ihr erster großer Filmerfolg, mit dem sie deutschlandweit bekannt wurde.

Am Anfang des Films ist noch nicht klar, wie die Hauptcharaktere aufeinandertreffen werden. Der Film beginnt mit Tom Arend (Will Quadflieg), der mit seiner Freundin Dorette (Renate Mannhardt) am nächsten Tag zu ihrer Reise an die Mosel aufbrechen möchte. Doch dazu kommt es gar nicht erst und Tom fährt ohne Dorette nach Trier.

Als man kurz danach Angela Schäfer (Elisabeth Müller) und ihren Sohn Kaspar (Oliver Grimm) kennenlernt, ist es zu vermuten, dass die beiden sich bei ihrer Reise kennenlernen werden. Angela scheint die Fahrt an die Mosel aus Trauer um ihren verstorbenen Mann zu machen. Dabei fährt sie mit ihrem Sohn noch einmal die Strecke ab, wie sie es Jahre zuvor mit ihrem verstorbenen Mann gemacht hat.

Es kommt, wie es kommen soll, und Tom findet den kleinen Kaspar, der seine Mutter verloren hat, in der Trierer Innenstadt. Tom bringt ihn zu seinem Hotel zurück – ohne Angela kennenzulernen.

Etwas später in einem Weinkeller in Bernkastel treffen die beiden zum ersten Mal aufeinander. Ihre Blicke treffen sich und der Moment wird unterlegt von romantischer Musik. Danach gibt es als Zuschauer kaum Zweifel, dass die Liebesgeschichte in diesem Film zwischen Angela und Tom sein wird.

Währenddessen lernt Dorette, die Tom auf seiner Reise an der Mosel finden möchte, Bernd (John van Dreelen) kennen, der ihr bei ihrer Suche hilft. Tom und Kaspar freunden sich bei vielen Ausflügen weiter an, und auch Angela und Tom finden bei einer Flasche Wein näher zusammen.

Doch schnell wird es ihr zu viel und sie reist mit Kaspar ab. Durch einen erneuten Zufall findet Kaspar Tom in Bernkastel wieder und bringt ihn zu seiner Mutter. Kurz scheint es so, als gäbe es doch kein Happy End für die beiden, doch dieser Moment ist schnell vorbei. Eine letzte etwas kitschige Aufnahme erwartet die Zuschauer am Ende, als Kaspar Hand in Hand mit Tom und Angela auf einem kleinen Schiff über die Mosel fährt und glücklich zwischen den beiden hin und her schaut.

Neben der etwas vorhersehbaren Liebesgeschichte zwischen Angela und Tom, gibt es zwei weitere Themen, die bei „Moselfahrt aus Liebeskummer“ im Vordergrund stehen – die Landschaft und Wein. An manchen Stellen könnte der Spielfilm mit einem Werbefilm für die Weine in der Moselregion verwechselt werden. Aussagen wie „viele Gründe gibts zu trinken“ oder „mit keinem anderen Fluss unseres Vaterlandes ist die Mosel zu vergleichen“ verdeutlichen das.

Untermalt von romantischer oder dramatischer Musik weiß der Zuschauer auch immer, welche Gefühle der Film gerade vermitteln möchte. Nichtsdestotrotz sind die historischen Aufnahmen der Porta Nigra, des Trierer Doms, der Wehlener Sonnenuhr und dem Weinfest in Bernkastel eine besondere Art, das Leben Anfang der 1950er zu zeigen.

Angelina Burch

Den Film von 1953 gibt es im Buchhandel als auf DVD zu kaufen.