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Jay Swan ermittelt: "Mystery Road - Verschwunden im Outback"

Couchkino : Jay Swan ermittelt im australischen Busch

Detective Jay Swan (Aaron Pedersen) schweigt am liebsten. Er wird immer dort eingesetzt, wo es um die Aufklärung von Drogendelikten geht. Und weil er Wurzeln als Aboriginie hat, sind das meist kleine Orte im Outback – also in Regionen abseits der australischen Metropolen.

Er ist der Cop, der am liebsten alleine ermitteln würde, weil er seinen Kollegen nicht vertraut.

Die erste Staffel von „Mystery Road – Verschwunden im Outback“ knüpft an den Kinofilm „Mystery Road“ des australischen Fimemachers Ivan Sen – ebenfalls ein Aboriginie – aus dem Jahr 2013 an. Schon in diesem Kinofilm findet man die Konfliktlinien, die auch die beiden Staffeln prägen, die man bis zum 6. Februar auf Arte sehen kann.

Jay Swan soll die örtliche Polizei bei der Aufklärung von Drogen- und Gewaltdelikten unterstützen. Das gefällt den Ortspolizisten meist nicht und führt immer wieder zu Konflikten. Sie misstrauen dem Ermittler mit Aboriginie-Wurzeln – oft, weil sie Vorurteile gegen die indigene Bevölkerung von Australien pflegen, aber auch weil sie Angst haben, dass ihnen jemand dazwischenfunkt. Und das zu Recht: Denn einige sind in die lokalen Drogengeschäfte verwickelt.

Die preisgekrönte Serie im Italo-Western-Stil ist sehenswert. Sie thematisiert die prekären Lebensverhältnisse der australischen Ureinwohner, die erst anfangen zu reden, wenn man ihr Vertrauen gewonnen hat. Die Plots bauen langsam Spannung auf, weil sich erst zum Ende die Puzzlestücke aus den einzelnen Staffelteilen zusammenfügen. Die Regisseure (Rachel Perkins, Warwick Thornton und Wayne Blair, der in Staffel 1 noch einen der Tatverdächtigen spielte) lassen sich beim Erzählen ihrer Geschichte Zeit, so dass gerade die Sidestories zur Dynamik der Serie beitragen. Alexander Schumitz

Die zwei Staffeln mit je sechs Teilen der australischen Serie „Mystery Road – Verschwunden im Outback“ sind noch bis zum 6. Februar auf Arte zu sehen.