Gartenkolumne zu Schutzzonen in dichtem Bewuchs.

Gartenkolumne : Hacken, gießen und dann diskutieren

Wenn am Sonntag im Namen der Gartenbauvereine private Paradiese in der Region ihre Gartentür öffnen, ist der Fachaustausch garantiert. Bei den angesagten Temperaturen wird es gewiss um Gießmethoden bei Hitze gehen.

Die einen sagen so (und das sind jene, welche auf das Wässern am Morgen schwören, mit dem Argument dann stehe der Pflanze das Nass in ihrer aktiven Phase zur Verfügung und nicht, wenn sie schlafen gehe), die anderen so (und die begründen das Wässern in heißen Sommern am Abend damit, dass die Hitze schon morgendliche Duschen sofort verdunsten lasse.)

Mischt sich noch die „Einmal Hacken ist so gut wie zweimal Gießen“-Fraktion ein, ist die Verwirrung perfekt. Na, da habe ich mal beim Julius Koch Institut nachgehakt. Hacken sei primär eine Methode zur Unkrautbekämpfung. Hat die Bodenoberfläche durch Trockenheit und starke Sonneneinstrahlung eine Kruste gebildet, verdunstet Wasser sogar nach oben ab, wenn man die verkrustete Schicht mit der Hacke aufbricht. Für die Rübenkultur sei das gut. Ihre Wurzeln gehen tief genug, um an Wasser in tieferen Schichten zu gelangen. Die konkurrierenden Beikräuter dagegen vertrocknen im oberflächlich gehackten Boden. „Die dumm Rummeln“, mögen die „Komm auf den Punkt“-Nachbohrer nun denken. „Mir wollten doch wissen, wie man Wasser sparen kann.“ Mit der Hackerei jedenfalls nur, wenn der Boden nicht verkrustet ist. Dann nämlich wird die Kapillarität der Poren im Boden unterbrochen. Das Wasser findet keinen Weg mehr nach oben und verbleibt im Wurzelraum. Wie effektiv das gelinge, hänge aber wiederum vom Bodengefüge ab. Will sagen: Auf einem Sandboden ist es zwecklos. Aber nicht, dass jemand auf die Idee kommt, angesichts steigender Temperaturen könne sich das Gärtnern eh nicht mehr lange über Wasser halten. Wie viel Garten auch in Zeiten veränderter Vorzeichen möglich ist, zeigen die vielen tollen Beispiele.

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