| 15:16 Uhr

Garten
Gegen Erkältungen ist ein Kraut gewachsen

Teekräuter aus dem eigenen Garten können in winterlichen Erkältungszeiten unterstützen. TV-Foto: Kathrin Hofmeister
Teekräuter aus dem eigenen Garten können in winterlichen Erkältungszeiten unterstützen. TV-Foto: Kathrin Hofmeister FOTO: Kathrin Hofmeister / TV
Trier. TV-Garten im Januar: In der Erkältungszeit kommt die Hausapotheke aus dem eigenen Garten zum Einsatz. Kräuter und Blüten helfen gegen Husten und Schnupfen. Wer in der nächsten Saison mit solchen Heilpflanzen einsteigen will, kann jetzt den Anbau planen. Von Kathrin Hofmeister

Salbei und Thymian kennt man aus der mediterranen Küche. Ihr würziges Aroma verdanken sie ätherischen Ölen. Den Pflanzen helfen die duftenden Substanzen, sich gegen Bakterien, Viren und Pilze zu wappnen. In gleicher Weise können sie die menschliche Abwehr stärken. Salbei schützt die Schleimhäute. Thymian erleichtert das Abhusten. Beide eignen sich als Teekraut, um die Atemwege zu befreien.

Anwendung: Für eine Tee-Tasse (250 ml) nimmt man so viel getrocknetes Kraut wie man mit drei Fingern greifen kann und übergießt es mit heißem Wasser. Fünf bis zehn Minuten ziehen lassen, abseihen und möglichst warm trinken. Nach Belieben kann man den Tee mit Honig süßen. Das verstärkt die Wirkung.

Im Garten: Der medizinal genutzte Echte Salbei (Salvia officinalis) ist nicht mit den Zierarten (Salvia nemorosa) zu verwechseln. Mit seinen dekorativ, graulaubigen Blättern und einer hübschen lilafarbenen Blüte im Sommer kann man sich den von unten verholzenden, immergrünen Halbstrauch zwar auch im Ziergarten vorstellen. Doch seine Bodenansprüche unterscheiden sich von gängigen Prachtstauden. Steht er zu nährstoffreich, ist er weniger robust und frosthart. Besser setzt man ihn in mineralische Böden, beispielsweise im Steingarten oder in den sonnigen Kräutergarten.

Hier fühlt sich auch Thymian wohl. Königskerzen erinnern mit ihren langen gelben Blütenstängeln an eine Fackel und wurden früher mit Harz oder Wachs getränkt tatsächlich als Leuchtmittel verwendet.

In der Heilkunde werden die Blüten bei Katarrhen der oberen Luftwege eingesetzt. Die wichtigsten Wirkstoffe sind Schleimstoffe, Flavonoide und Saponine. Erstere lindern den Reiz entzündeter Schleimhäute. Letztere lösen festsitzenden Erkältungsschleim in den Bronchien. Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, die vor allem für den Zellschutz zuständig sind und das Immunsystem stärken.

Anwendung: Der Hustentee wird wie oben beschrieben zubereitet, wobei die gelben Königskerzenblüten gut mit Thymian gemischt werden können. Auch von den Königskerzen gibt es verschiedene Arten. Heilkräftig sind groß- und kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus, densiflorum und nigrum).

Im Garten: Königskerzen sind typische Bauerngartenpflanzen, die durch Selbstaussaat für ihr Fortbestehen sorgen. Da sie im ersten Jahr nur eine Blattrosette bilden und erst im zweiten Jahr blühen, muss man Gartenplätze finden, wo sie ungestört heranwachsen können.

Die Anwendung von Holunderblüten und -beeren bei Erkältungskrankheiten als schweißtreibendes und schleimlösendes Mittel ist wissenschaftlich anerkannt. Auch hier weisen die Blüten ätherisches Öl mit einem hohen Anteil an Flavonoiden, Gerb- und Schleimstoffen auf. Die Beeren enthalten neben Flavonoiden, Vitamin C und Folsäure.

Anwendung: Vor allem zur Vorbeugung und Stärkung bietet sich Holundersaft aus eingekochten Beeren an. Dazu verwendet man ausschließlich die Beeren des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra). In der Erkältungszeit trinkt man ein bis zwei Gläser täglich. Der Tee aus Holunderblüten heizt ein. Für eine Schwitzkur brüht man einen Esslöffel getrocknete Blüten mit 250 ml kochendem Wasser, lässt den Tee fünf Minuten ziehen und trinkt täglich drei Tassen.

Im Garten: Ein Platz für den Schwarzen Holunder findet sich in jeder Gartenecke, denn das hübsche Blütengehölz bleibt meist strauchförmig. Als Pioniergehölz stellt er keine Ansprüche an den Boden, liebt es aber sonnig. Wegen der schwarzblauen Beeren, die gerne von Vögeln gepickt werden, sollte man ihn nicht zu nah an die Terrasse setzen. Die herunterfallenden Beeren können den Terrassenbelag unschön färben. Ideal ist er in einer naturnahen Blütenhecke.