Glaube im Alltag: Auf dem Weg angekommen

Glaube im Alltag : Auf dem Weg angekommen

Was denn jetzt? Auf dem Weg oder angekommen? Beides!

Er ist unterwegs, und er ist angekommen. Wir erwarten ihn, und wir feiern ihn. Er ist unsere Hoffnung, und er ist unsere Erfüllung. Advent ist eine „wunder-volle“ Zeit. Denn es ist diese „wunder-bare“ Spannung, in der wir leben.
Es sind diese beiden Lichter, zwischen denen sich unser Leben ausspannt: das Licht der Verheißung Christi und das Licht der Gegenwart Christi.
Mir scheint in diesen Wochen unsere Welt in einem anderen Licht. Kleinigkeiten werden zu Zeichen, Gewöhnliches zu Besonderem: Ich gehe gedankenlos mitten auf dem Radweg und trete erst zur Seite als ich eine Klingel höre. Das freundliche Gesicht einer Frau ruft mir „danke“ zu.
Advent, dort, wo sich ein Mensch für das selbstverständlich Gewordene wieder bedankt. Wo ein Präsident wieder die Nähe zu seinem Volk sucht – auch die drei „Könige“ waren sich nicht zu schade, zum Stall  zu ziehen.
Wo verantwortungslose Experimente am menschlichen Erbgut fast die ganze Welt wachrufen: Lasst uns nie die Achtung vor dem Leben verlieren! Wo in der vollen Geschäftig-
keit der Praxis/der Station ein Arzt sich für ein paar persönliche Worte Zeit nimmt und damit die offensichtlichste Gewissheit schenkt, die doch so beruhigend und tröstlich sein kann: Wir beide, wir alle sind Menschen.
Wo eine Lehrerin nicht mahnend fragt, wie soll das mit dir weitergehen, sondern mit zugewandtem Blick und ruhigen Worten spricht, das kriegen wir schon wieder hin.
Wo die Menschen eines Städtchens den hiesigen Richter, „Richter Gnädig“ nennen.
Wo sonst, wenn nicht in diesen kleinen Zeichen, kommt Christus in die Welt. Wenn das beginnt, Schule zu machen! Wenn das jetzt noch Besondere einmal das ganz Normale wird, das jetzt noch Kleine das Maß für das Große!
Welch eine wundervolle Welt  verheißt uns Gott!

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