1. Meinung

Religion: Beim Fasten soll die Freude sein

Religion : Beim Fasten soll die Freude sein

Mit etwas Witz, ‚ner Prise Humor,

das kommt in Kirche ja eher selten vor,

meld ich als Pastor mich mal zu Wort,

nicht in der Kirche, am heiligen Ort,

nein, in der Zeitung will ich sagen,

meine Sicht in Glaubensfragen.

Die Zeit, in der wir grade stehn

Am Aschermittwoch wird vergehn.

Aus Frohsinn, Freude, Heiterkeit,

wird Buße, Umkehr, Fastenzeit.

So mancher Jeck mag da erschrecken,

die letzten Kräfte in sich wecken,

um zu genießen diese Tage,

und dann mit Seufzen und in Klagen.

Am Aschermittwoch festzustellen,

verteilt sind nun all die Kamelle,

verführt bin ich von ihrer Süße,

ich bin zu dick, nun muss ich büße.

Er sieht sich an, sagt, es muss weg

der ganze angegessne Speck,

der ist ganz sicher ungesund,

verlieren will ich manches Pfund.

Er fastet, dass die Schwarte kracht,

das strengt ihn an, er nicht mehr lacht.

Und dann, nach ein paar harten Tagen

hört man ihn kleinlaut zu sich sagen:

Das schaff ich nicht, mir wird’s zu viel,

ich geb es auf, ganz heimlich, still

schleich ich zum Kühlschrank, will mich stärken,

die andern sollen es nicht merken.

Das Leben ist schon schwer genug,

drum ist jetzt Schluss mit Selbstbetrug.

Zu wenig zählt als guter Grund

„verlieren will ich manches Pfund“.

Da will ich doch mal Jesus fragen,

was er mir kann zum Fasten sagen.

Vielleicht weiß er ja einen Rat,

damit der Vorsatz wird zur Tat:

Soll Fasten wirklich gut gelingen,

dann muss im Herz die Freude klingen,

weil Gott uns seine Liebe schenkt,

als Freund zu uns die Schritte lenkt.

Drum gilt für mich als Lebensmotto

nicht Geld, Genuss, Glück oder Lotto,

sondern zu schaun, was Jesus tut,

um mit Elan und mit viel Mut

das Lachen in die Welt zu tragen,

die frohe Botschaft weitersagen.

Ich kann sogar beim Beten lachen,

hab meinen Spaß an Glaubenssachen.

Auch euch wünsch ich in dieser Zeit,

die Freude, Frohsinn, Heiterkeit,

die sich an Gottes Quelle nährt,

die Jesus kennt und ihn verehrt.

Und wollt ihr wirklich dann auch fasten,

macht’s nicht zu andrer Leute Lasten.

Beim Fasten soll die Freude sein.

Lasst Gott in euer Herz hinein.

Helau!