Religion: Bestimmte Worte sind verboten

Religion : Bestimmte Worte sind verboten

„Wir haben kein Wort für die Liebe.“ Dieser Satz stammt von Yeonmi Park, einer jungen Frau aus Nordkorea. Sie hat in einem Land gelebt, in dem Worte wie „Liebe“ oder „Gerechtigkeit“ verboten sind.

Die Idee dahinter ist sehr einfach: Wofür es kein Wort gibt, daran wird sich irgendwann niemand mehr erinnern. Und woran sich niemand mehr erinnert, dass wird es dann nicht mehr geben.

Das funktioniert nicht nur in fernen Ländern, sondern auch bei uns. Im Schnitt reden wir Deutschen lieber über unsere Arbeit, als darüber, wie es uns geht. Und Worte wie „Ich liebe dich!“ oder „Ich freue mich, dass du hier bist!“ benutzen wir sehr zögerlich. Hinzu kommt noch, dass manche Worte viel mächtiger sind als andere. Der Satz „Du hast deine Chance vertan!“ kann länger in der Erinnerung bleiben, als die viel wichtigere Ermutigung „Versuch es noch mal!“. Also achtgeben, bei dem, was Sie wie oft sagen.

Für heute soll es bei mir „Lebens-Worte“ sprudeln. Worte, die gut tun, die Lust auf das Leben machen und meine Mitmenschen lächeln lassen. Daher sage ich Ihnen schon mal „Danke!“ dafür, dass ich an ihrem Frühstückstisch sein durfte und wünsche Ihnen einen schönen Samstag.

Jan Lehmann, Jugendpfarrer

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