1. Meinung

Bruno Comes über Alexandre Dumas

Kirche : Der „reiche“ Dumas

Der Graf von Monte Christo und  Die Drei Musketiere sind die bekanntesten Werke von Alexandre Dumas d.Ä., einem der erfolgreichsten Autoren des 19. Jahrhunderts. Seine Werke ließen sich sehr gut verkaufen und machten ihn zu einem Mann, der über sehr viel Geld verfügte.

Er baute sich davon ein Schloss mit dem schönen Namen „Monte Christo“, fast wie im Original seines Buches.

Das Schloss hatte einen schönen Park, Wasserspiele darin und eine etwas abseits gelegenen neugotische Schreibstube, in der ihn niemand seiner Gäste beim Schreiben stören konnte.

Der Architekt des Schlosses hatte anfänglich große Bedenken ins Feld geführt und sagte zu den Plänen des Autors: „Monsieur Dumas, das alles wird sie hunderttausende Franc kosten!“

Dumas antwortete: „Das will ich hoffen!“

Im Sommer 1847 war der Schlosstraum Wirklichkeit geworden. Viele Freunde gingen ein und aus und erzählten von Dumas‘ vollendeter Großzügigkeit.

Auf dem Kaminsims des Herrenzimmers habe er immer eine Schale mit Goldmünzen stehen gehabt.

Wenn Gäste im Haus waren, die vielleicht im Stillen Not litten, sollten sie dort einfach, ohne zu fragen, zugreifen dürfen. Es sei zu demütigend, sagte Dumas, wenn man Freunde habe, die um Geld bitten müssten. Das wollte er ihnen ersparen. Bemerkenswert!

Warum erzähle ich von ihm? Offensichtlich war er innerlich frei und hatte sein Herz nicht an das Geld verloren.

So stelle ich mir Fragen: Wie ist meine Bindung an die irdischen Dinge? Wie frei bin ich vom meinem mehr oder weniger großen Reichtum? Was ist bei mir vorrangig und wichtig? Was zählt letztlich im Leben und vor Gott? ...

Übrigens: Dumas hat seine Großzügigkeit durchgezogen. Man könnte ihm gewiss eine gehörige Portion Naivität unterstellen, aber ich bin nicht sicher, ob das stimmt. Ein knappes Jahr nach seiner Schlosseinweihung war er nämlich bankrott.

Es ist in jedem Fall interessant, wie er mit seinem Reichtum umging! War Dumas reich oder arm oder was? Entscheiden Sie!