1. Meinung

Christa Pazen zu: Gott im Alltag

Glaube im Alltag : Gott im Alltag

Es gibt Tage im Leben eines jeden Menschen, die wollen kein Ende nehmen. Niederlage folgt auf Niederlage. Die Gedanken kreisen bis in die tiefe Nacht hinein, halten wach und produzieren Alpträume. Angst um geliebte Menschen, Angst vor dem neuen Morgen und dem, was kommen könnte.

Ein chaotischer Tag folgt auf den nächsten und immer wieder vergisst man die eigenen Grenzen, wächst über sich hin­aus und verliert sich fast selbst im Alltag. Im Trubel der Welt fühlt man sich gänzlich allein und verloren.

Spätestens hier ist es für mich wieder an der Zeit, an mich zu denken und das „Weite“ in der Stille der Natur zu suchen. Dort wo der Mensch noch Mensch sein kann und darf, finde ich Ruhe, um zu mir selbst zu finden, um den Blick wieder zu weiten über den eigenen Horizont hinaus. Ein Blick auf Gott und seine wunderbare Schöpfung, auf die Schönheit der Natur, auf die Farbenvielfalt jeder einzelnen Blume, auf die Einzigartigkeit aller Lebewesen, auf das Wachstum jedes Baumes, ja die Selbstverständlichkeit ihres Daseins und ihrer Entfaltung.

Hier, wo das Leben im Verborgenen stattfindet und es trotzdem ein Morgen gibt, hier kann ich zu mir finden, mich öffnen. Hier wächst mein Vertrauen wieder in ein Morgen und an einen Schöpfer, der immer da ist. Ein Gott, der mir Wegweiser schickt, wenn ich dafür offen bin, der Kraft gibt ohne zu fragen und mich an meinen Herausforderungen wachsen lässt. Hier spüre ich die Verbundenheit mit allem, was wächst. Hier spüre ich, dass ich niemals alleine bin in diesem großen Universum, das über meinen eigenen kleinen Horizont hinaus besteht.

Erholt und gestärkt kann ich so mit Gottes Hilfe zurückkehren in meinen Alltag und mich erneut den Herausforderungen meines  Lebens stellen.