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Glaube im Alltag
Dankbarkeit ist nur der Anfang

Wir sind im Herbst des Jahres angekommen und damit in der Zeit der Erntedankgottesdienste und -feiern, der Bauernmärkte und anderer Veranstaltungen, bei denen die Dankbarkeit offensichtlich im Vordergrund steht.

Wir empfinden Dankbarkeit nicht nur für die Früchte der Gärten und Felder, sondern für alles, was unser Leben glücklich, erfolgreich und zufrieden macht.

Dabei erleben wir immer wieder, dass eine gute Ernte, dass Erfolg im Leben, nicht allein unser Verdienst sind.  Bei allem eigenen Bemühen um privates Glück, berufliches Weiterkommen, eine gute Gesundheit usw., sind wir auf viele Faktoren angewiesen, die wir nicht selbst beeinflussen können.

Manche reden von Zufall, andere von Schicksal oder Fügung und wieder andere von Gottes Wille oder seinem Plan für unser Leben. Daraus ergibt sich oft eine Dankbarkeit, die gleichbedeutend ist mit „alles für mich“. Ich glaube, an diesem Punkt sind wir als Christen besonders gefordert. Erst wenn die Dankbarkeit den Blick öffnet für die Bedürfnisse anderer, können wir etwas von unserem Besitz, Erfolg, Wissen und unseren Fähigkeiten weitergeben ohne Angst, dabei selbst zu kurz zu kommen. Ich habe das Gefühl, da gibt es für uns alle noch viel zu tun.

Festhalten an Geld, Besitz und vorhandenen Hierachien werden meiner Meinung nach unsere Kirche auf allen Ebenen weder voranbringen noch attraktiver machen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir Christen unsere Dankbarkeit durch Handeln sichtbar machen und so unseren Mitmenschen zeigen, warum der christliche Glaube eine Bereicherung für unseren Alltag ist. Dazu braucht es viel Fröhlichkeit, persönlichen Einsatz und Mut, aber wenig Geld.

Hildegard Cremer
Pfarrei Schönecken