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Kolumne
Das Bekenntnis alleine zählt

 Dr. Harald Müller- Baußmann, Morbach
Dr. Harald Müller- Baußmann, Morbach FOTO: TV / Privat
Zum Stall nach Bethlehem kamen auch drei Weise aus dem Morgenland, die einem Stern gefolgt waren. Bei dem Neugeborenen fielen die Männer nieder und huldigten ihm. So heißt es in der Überlieferung im Matthäus-Evangelium.

Doch was ist da eigentlich wirklich geschehen? Es geht hier weniger um eine romantisierende Erzählung als vielmehr um den Besuch der Welt bei Jesus. Zum armen Kind in der Krippe kommt die Üppigkeit des Orients. Nicht irgendwelche Menschen besuchen Jesus, sondern Weise, also Menschen, die damals nicht nur als Sterndeuter bezeichnet wurden, sondern Männer mit einem nicht geringen Einfluss dort, wo sie herkamen. Diese Männer waren Heiden und hatten gehört, der König der Juden soll geboren werden. Zu Jesus, dem schutzbedürftigen Wickelkind, gesellen sich Menschen, die ihm Geschenke mitbrachten, Gaben, die in seiner Erdenzeit eine besondere Bedeutung haben sollten.

Gold, ein Zeichen für den Reichtum der Welt: Aber Jesus war nicht reich an materiellen Gütern, aber reich an Weisheit, Frömmigkeit und Empathie für Menschen, die eher am Rande der Gesellschaft anzusiedeln sind.

Weihrauch: ist ein Duft beim Verbrennen der harzigen Körner, der die Bedeutung der Person hervorheben. Im übertragenen Sinne sind unsere betenden Worte zu Gott vergleichbar mit Weihrauch, der vor das Angesicht Gottes aufsteigen möge. In katholischen und orthodoxen Gottesdiensten wird es bei besonderen Anlässen eingesetzt.

Myrrhe: war damals sehr wertvoll; dem Kraut schrieb man heilsame Wirkung für das körperliche und seelische Befinden zu. Aber auch die Bitterkeit sollte ein Hinweis sein für Jesu Leben, Sterben und Tod.

Wer die Geburtsgeschichte kennt, die an Heiligabend vorgetragen wird, weiß auch, dass nach der Geburt des Gottessohnes als erste Menschen Hirten vom Feld waren – auch arme Menschen am Rande der Gesellschaft. So zeigt sich die Welt, die sich um die Krippe versammelte, als ein Ort der Begegnung für die notleidende, aber auch für die in Wohlstand lebende Gesellschaft.

Für den Glauben spielt es keine Rolle, ob jemand arm oder reich ist. Hier zählt nur das Bekenntnis zum Mensch gewordenen Gott.