Glaube im Alltag: Der Alltags-Brexit

Glaube im Alltag : Der Alltags-Brexit

Voller Verwunderung blickt der politische Beobachter auf das, was sich in Großbritannien rund um den Brexit abspielt. Niemand scheint mehr durch das selbstproduzierte Chaos durchzublicken, bei dem die nackte Vernunft gänzlich für jedermann sichtbar auf der Strecke geblieben ist.

Die Mehrzahl der Verantwortlichen weiß höchstens noch, was sie nicht will, was sie will, bleibt weitgehend unklar. Wenn man aber nicht weiß, was man will, dann geht es mit den Dingen nicht voran, da mag man sich noch so sehr bemühen.

Aber hüten wir uns vor zu viel Selbstgerechtigkeit. Denn wissen wir in unserem Alltag immer, was wir wollen? Es gibt so viele Fragen. Soll ich eine Beziehung beenden oder beginnen? Welchen Beruf soll ich wählen? Wie soll ich meine Kinder erziehen? Und wissen wir auf diese und ähnliche Fragen immer gleich eine passende Antwort?

Oder wissen wir oft auch nur, was wir nicht wollen oder wie die Sache am besten schon mal nicht zu handhaben ist? Das mit den klaren Zielen im Leben ist mithin oft gar nicht so einfach, wie es von außen betrachtet scheint.

Es ist nämlich eine Kunst für sich, sich klare Ziele zu setzen und diese auch stringent zu verfolgen. Vieles spielt hier eine Rolle: Sich selbst zu kennen, realistisch zu sein, Schwierigkeiten zu sehen und zu bewältigen, die eigenen Kräfte gut einzuteilen und einzuschätzen, Veränderungen zuzulassen. Und damit zu rechnen, dass es oft einen langen Atem braucht, bis man dort ist, wo man hin will.

Auch Jesus war die Sache mit den Zielen ganz wichtig. Oft fragte er die Menschen, die ihn um Hilfe baten, zuallererst, was er ihnen tun soll. Nicht selten war es ganz offensichtlich, was ein Mensch von ihm wollte, aber Jesus wollte es vom Hilfesuchenden selbst hören, was er ihm tun soll und was sein Ziel war. Weil auch er wusste: Wer nicht weiß, wo er hin will, der landet dort, wo er nicht hin will.

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