1. Meinung

Diskussion um Impfungen

Glaube im Alltag : Die eine Freiheit gibt es nicht

Glaube im Alltag

Geht es Ihnen gelegentlich auch so? Sie reiben sich verwundert die Augen, wenn Sie die Diskussionen über Impfungen hören? Vor allem, wenn  die eigene Freiheit beschworen wird, um Skepsis oder Ablehnung zu äußern.

Steht persönliche Freiheit mit dem Beharren von Überzeugungen also über allem? Oder anders gefragt, mit welchen verinnerlichten Werten wird eine Gewissensentscheidung und eine Abwägung von unterschiedlichen Gütern getroffen?

Und wird überhaupt eine Abwägung getroffen oder geht es um Durchsetzung zum eigenen vermeintlichen Vorteil? Oder beherrscht lähmende  Angst vor Nachteilen das  Handeln?

Mir wurde von Kindesbeinen an in der Familie, im Religions- und  Sozialkundeunterricht und später im Studium vermittelt, dass die eigene Freiheit dort aufhört, wo die Freiheit der anderen eingeschränkt wird. Es ist die Logik, aber auch die christliche Nächstenliebe, die besagt, dass  man nur frei sein kann, wenn auch Freiheiten der anderen und von allen Menschen geachtet werden.

Wollen wir also für uns alle – und nicht nur für die gesellschaftlich Stärkeren oder Lautstarken - Freiheiten haben und auch in Zukunft erhalten, so dürfen wir Freiheit nicht (nur) als Erfüllung eigener Erwartungen und Meinungen denken, sondern auch als Verpflichtung zum Gemeinwohl.

Freiheit ist unbestritten als sehr hohes Gut zu verteidigen. Sie wird aber zur Sackgasse, wenn Mitmenschen eingeschränkt werden. Nicht nur, aber insbesondere auch uns Christen verpflichtet der Freiheitsgedanke zum Handeln weg vom eigenen Ich zum Handeln für die Freiheit in der Gemeinschaft.

In diesem Sinne: bleiben Sie frei und offen in Ihren Gedanken ...