1. Meinung

Ein Leben in Gottes Sinn - Glaube im Alltag

Glaube im Alltag : Ein Leben in Gottes Sinn

Viereinhalb Monate ist es bereits her. 27 Jahre lang war ich fast täglich zu Veranstaltungen und Treffen mit Ehrenamtlichen aus den vielen Gemeinden zweier Kreisgebiete unterwegs – und dann: Corona!

Stillstand! Nur noch „Caritas der Gemeinde“ im Büro. Ein persönlicher Loockdown. Völlig ungewohntes Arbeiten. Telefonieren. E-Mails. Kontaktpflege auf Distanz. Sicherlich – die Zeit ohne die vielen abendlichen Termine hat ihre schönen Seiten und bietet die Möglichkeit, unsere Heimat zu erkunden und die  Gartenarbeit und andere Alltagsarbeiten ohne Zeitdruck zu erledigen. Je länger diese Zeit andauert, desto deutlicher wird mir mit jedem Tag, wie wichtig mir die persönliche Begegnung mit den Menschen, das herzliche gegenseitige Begrüßen, die aufrichtige Freude am Wiedersehen und das gemeinsame  Pläne-Schmieden im Dienst am Nächsten doch ist! Die Treffen mit den   Ehrenamtlichen aus Caritas-Helferkreisen, sozialen Initiativen und Projekten fehlen mir täglich mehr. Durch diesen Lockdown erkenne ich intensiver, welches Geschenk ich im Leben erhalten habe: einen Beruf, eine Berufung, die es mir erlaubt, mit vielen Menschen guten Willens gemeinsam Projekte zu entwickeln, in denen die Sorge und die Hilfe für den Nächsten im Mittelpunkt stehen.

Etwas für die Mitmenschen bewegen und sich einzusetzen, dies ist eine wunderbare (Lebens)Aufgabe – für hauptamtlich Tätige, für Ehrenamtliche und für jeden von uns.

Wer bewusst aus dieser Herzens-Haltung heraus lebt, erlebt oft eine hohe Zufriedenheit, ein Gefühl, im Frieden mit den Menschen und mit sich selbst zu sein, gelassener das zu erwarten, was kommen mag. Es ist der Gegenentwurf zu einem Leben, das nach Geld, Reichtum, Macht, Eitelkeit und Karriere strebt. Was bleibt am Ende eines Lebens davon übrig? Bestenfalls eine ungute Erinnerung bei den Mitmenschen und vielleicht der späte Gedanke, es besser doch anders gemacht zu haben.Ist es nicht erstrebenswerter, auf ein Leben zurückblicken zu können, in dem ich einfühlend, liebevoll und nachsichtig mit den Menschen umgegangen bin? Ein Leben mit Verständnis für die Lebenssituationen derjenigen, denen ich im Beruf, in der Nachbarschaft, im Alltag und in der Familie begegne. Ein Leben, in dem ich mich solidarisch für Schwächere eingesetzt habe. Ein solches Leben kann dazu beitragen, dass diese Welt für Andere und auch für mich selbst ein besserer Ort sein wird. Kein Leben der vertanen Chancen – ein Leben in Gottes Sinn.....