Glaube im Alltag: Ein spezieller Dank

Glaube im Alltag : Ein spezieller Dank

Sometimes, I thank God for unanswered prayers“ – so lautete der Titel eines US-Countrysongs. Man solle Gott auch für nicht erhörte Gebete danken. Damals habe ich aufgehorcht – und es doch nicht so richtig verstanden.

Danken für etwas, das man sich wünscht und doch nicht bekommt? Heute bin ich zwanzig Jahre älter. In ruhigen Minuten denke ich oft zurück an das, was das Leben so gebracht hat – und erkenne, dass das damals Unverstandene doch seinen wunderbaren Sinn hat.

Ich wollte Grafik-Designer werden – doch irgendwie wurde nichts draus. 700 Bewerber, 20 Studienplätze – und ich war nach der Eignungsprüfung 21. Mein Traum war geplatzt. Ich studierte etwas anderes – und bekam in einem anderen Bereich eine Stelle: bei der Caritas. Etwas Neues, etwas, in das ich mich erstmal einfinden musste: das Fördern von ehrenamtlichem sozialen Engagement! Heute, zwanzig Jahre später, weiß ich: Da hat jemand die Fäden gezogen, gewusst, wo ich den Menschen viel besser dienen kann. Eine Aufgabe, in der ich so viele wertvolle Menschen kennenlernen durfte und darf! In der ich mit anderen gemeinsam mit dazu beitragen kann, dass diese Welt ein bisschen menschlicher wird . Meine Mutter sagte immer: „Ein Kind versteht nicht, wenn es ein Messer zum Spielen will und die Mutter gibt es ihm nicht. Genau so ist es mit Gott. Er weiß, was gut für einen ist und was schadet!“ Heute sehe ich, sie hatte recht. Und meine Oma hat gesagt: „Mach Dir keine Sorgen: Ich bete jeden Tag für Dich – Du wirst einen schönen Beruf finden.“ Ihr Gebet wurde offenbar erhört. Heute weiß ich, dass ich für mein damals nicht erhörtes Gebet danken kann und dass es wichtig ist, „ Dein Wille geschehe“ aus dem „Vater unser“ anzunehmen. Ach ja – meine Oma, die viel für mich gebetet hat, hieß Elisabeth – die Heilige Elisabeth ist die Schutzheilige der Caritas ...

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