Glaube im Alltag: Einheit!

Glaube im Alltag : Einheit!

Immer wieder begegnet uns dieses Wort: „Einheit“. Es klingt schön, aber um zu entdecken, was wirklich gemeint ist, sollte man genau hinsehen. Denn Einheit wird leicht als „vereinheitlichen“ verstanden, als Gleichmacherei oder gar Gleichschaltung.

Und schnell entsteht das Gefühl, die Individualität bleibt auf der Strecke. Daran denke ich, wenn ich die deutsche Einheit in den Blick nehme. Und frage ich mich dann, ob Einheit in diesem Falle wirklich mit dem Ziel gestartet ist, Einzigartigkeiten miteinander unter ein Dach zu bringen. Ähnliche Fragen bewegen mich, wenn ich an Einheit innerhalb der katholischen oder christlichen Kirche denke.

Für das katholische Bistum Trier gibt es das Wort von der „Einheit in Vielfalt“ oder „Einheit in der Vielfalt“. Ein sichtbares Zeichen für das, was damit gemeint ist, ist der Dom in Trier. Er ver-eint sehr viele unterschiedliche Baustile. Verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten für einen Wert: den Glauben an Gott und sein eindeutiges und nie zurückgenommenes „Ja“ zu jedem einzelnen und einzigartigen Menschen.

Die Anerkennung dieser Haltung ist einheits-stiftend. Und sie ermöglicht jedem Gläubigen, auf seine Weise dieses „Ja“ Gottes in unserer Gesellschaft wirksam werden zu lassen. So kann unabhängig von einer bestimmten Religionszugehörigkeit, auch eine Einheit in einer Gesellschaft entstehen: im gemeinsamen für- und miteinander Sorgen, dass jede und jeder willkommen ist.

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