Kirche: Ermutigung

Kirche : Ermutigung

Eine Fabel erzählt davon, dass der Teufel eines Tages einen Stand aufbaute und einen Teil seines Handwerkzeugs zum Verkauf anbot. Viele Werkzeuge lagen auf dem Verkaufstisch: Hass, Neid, Überempfindlichkeit, Hochmut – all die Waffen, die jeder von uns so gut kennt.

Etwas abseits lag ein schlichtes hölzernes Werkzeug. Es sah schon recht abgenutzt aus. Auf dem Preisschild jedoch war ein ungemein hoher Preis angegeben. Man fragte den Teufel, warum dieses abgenutzte Werkzeug so teuer sei. Da antwortete er: „Dieses Werkzeug ist die ENTmutigung. Man kann sie viel leichter und schneller einsetzen als alle anderen Werkzeuge. Kaum einer weiß, dass sie mir gehört, darum kann ich mit ihr Türen öffnen, die mir sonst verschlossen bleiben würden. Doch wenn ich erst einmal drin bin, kann ich jedes Werkzeug benutzen, das mir gefällt.“

Das Werkzeug „Entmutigung“ scheint eines der schlagkräftigsten Mittel zu sein, Menschen in Abhängigkeit, Angst oder Resignation zu halten. Und viele scheinen es perfekt zu beherrschen. Was nicht alles als sinn- oder aussichtslos „verkauft“ wird: Aktionen für den Klimaschutz. Versuche, mit den Ressourcen unseres Planeten verantwortungsvoll umzugehen. Bemühungen, die Erziehungsarbeit auf Väter- und Mütterschultern gleichmäßig zu verteilen. Überlegungen, unsere Städte menschenfreundlich zu gestalten. Und nicht zuletzt Vorstellungen von einer Kirche, in der Kleriker und Laien auf Augenhöhe sind und Menschen gefördert, befähigt und ermutigt werden, selbstbestimmt, befreit und glaubwürdig als Christ zu leben. Mich ermutigen biblische Texte die von Menschen erzählen, die schwierige Situationen dadurch meisterten, dass sie sich nichts vormachten. Sie ließen sich nicht ent-mutigen, sondern hatten den Mut, ihr Denken und Handeln zu ändern. Es waren Menschen, die sich getragen und begleitet wussten von einem Gott, der ihnen Zukunft und Hoffnung war.

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