Glaube im Alltag: Erntedank - Dank ernten

Glaube im Alltag : Erntedank - Dank ernten

Jetzt begegnen wir ihnen wieder überall. Kürbisse in allen Größen und dekorativen Formen. Sie symbolisieren für mich eindeutig den Herbst, die Zeit der Ernte, und die Dankbarkeit dafür, dass es etwas zu ernten gibt.

Einen eigenen Garten habe ich nicht, andere müssen für mich ernten. Erntedank findet für mich, wie für viele von uns, überwiegend an den Regalen der Supermärkte statt. Dort kann mit kritisch prüfendem Blick entschieden werden, ob es die grünen Äpfel, die biologisch angebauten, oder doch lieber die, mit der glänzenden roten Schale sein sollen.

Es ist für uns selbstverständlich aus einer Überfülle all das aussuchen zu können, was wir glauben zu brauchen. Was nicht schön genug ist, findet keine Abnehmer und wird gleich wieder entsorgt. Tonnenweise werden täglich Lebensmittel vernichtet, die sich nur aus optischen Gründen nicht vermarkten lassen. Dankbarkeit empfinden wir anscheinend zunehmend nur für das, was unseren Ansprüchen gerecht wird. Ist das „Erntedank“?

Vielleicht sollten wir die Worte einmal umdrehen, vom „Erntedank“ zum „Dank ernten“.

Ich kenne viele, die es verdienen unseren Dank zu ernten. Menschen in unserem Umfeld, die körperlich hart dafür arbeiten, dass wir mit allem versorgt sind. Erwachsene und Kinder, die weltweit unter schwierigsten Bedingungen produzieren, damit wir möglichst preiswert und bequem konsumieren können. Familie und Freunde, die uns unterstützen und für uns da sind. Die freundliche Krankenschwester, der nette Kollege und die geduldige Erzieherin. Die hilfsbereiten Nachbarn, der gelassene Busfahrer und … .

Jeder von uns bekommt jeden Tag viel geschenkt, für das er dankbar sein kann. Ich versuche mir jeden Abend bewusst zu werden, für was ich an diesem Tag dankbar sein kann. Und ich danke Gott, weil ich mich getragen fühle und mit allem versorgt, was ich brauche.

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