1. Meinung

Glaube im Alltag: „Formen des Kreuzes…“

Glaube im Alltag : „Formen des Kreuzes…“

Mit dem kommenden fünften Fastensonntag beginnt die Passionszeit. In dieser Zeit betrachten wir den Leidensweg unseres Herrn Jesus Christus. Eine beliebte Form der Meditation ist der Kreuzweg; andere lesen in dieser Zeit ganz bewusst die Leidensgeschichte Jesu wie sie uns die Evangelisten aufgeschrieben haben.

Andere wiederum hören die Matthäus- oder Johannespassion von J.S. Bach. Doch warum sollen wir uns mit der Passion Jesu beschäftigen? Braucht dieser Jesus unser Mitleid?

Indem wir uns in das Leiden Jesu versenken, stellen wir uns dem eigenen Leiden. Ob wir wollen oder nicht, das Leid trifft uns. Ein lieber Mensch stirbt. Der Sohn oder die Tochter entwickeln sich anders als wir erhoffen. Ein unlösbarer Konflikt in der Familie oder auch am Arbeitsplatz martert uns. Wir werden krank, hadern mit dem Schicksal. Wir leiden oft an uns selbst, weil wir unseren eigenen Erwartungen nicht entsprechen oder unsere Lebensträume zerbrochen sind.

In diesen Tagen und Wochen ist uns ein schweres Kreuz auferlegt durch das Coronavirus. Diese Situation verändert unseren Lebensrhythmus total. Es wird uns schmerzlich bewusst, wie verwundbar und verletzlich wir Menschen sind. Wir spüren Angst und sind verunsichert, weil unser gesellschaftliches Leben zum Stillstand kommt.

Trotzdem sollten wir die Ruhe bewahren und geschwisterlich und rücksichtsvoll miteinander umgehen. Wenn wir in diesen Tagen das Leiden Christi betrachten, dann können wir uns vergewissern, dass wir in unserer jetzigen Situation, in unserem Leid nicht allein gelassen sind. Wir brauchen unseren Weg nicht allein zu gehen und dürfen die Gewissheit haben, dass der Herr an unserer Seite ist. Machen wir uns das Wort des Apostels Paulus an die Römer bewusst: „Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet.“ Folgendes Gebet soll uns Mut machen und Zuversicht schenken:

Entdecke das Geheimnis, dass du nie alleine bist: Jesus geht alle Wege mit dir, auch wenn du ihn nicht sehen kannst.

Entdecke das Geheimnis, wie sehr Jesus dich liebt: Er schenkt sich dir in Brot und Wein. Er will dein Herz mit Licht und Freude erfüllen und dir die Augen öffnen, wenn Angst und Sorgen deinen Blick trüben.