1. Meinung

Kirche: Gemeinsamer Geschmack?

Kirche : Gemeinsamer Geschmack?

Gestern war Valentinstag! Falls Ihnen das untergegangen sein sollte, könnten Sie jetzt gleich noch in den Blumenladen springen. Vielleicht verzichten Sie aber ganz bewusst auf diese von außen geforderte Demonstration der Liebe.

Egal wie Mann oder Frau zum Valentinstag stehen, sehr oft wird es ein Gespräch oder eine Reaktion auf ihre Entscheidungen geben.

Für den Philosophen Friedrich Nietzsche (gestorben 1900) gehörte das übrigens zu jeder Beziehung dazu. Also nicht das Blumen- und Schokoladen- Verschenken oder -Zurückhalten, sondern miteinander in Kommunikation zu stehen. Er geht sogar so weit, dass er allen Heiratswilligen – und das gilt genauso für alle, die eine feste Beziehung eingehen wollen – eine Frage stellt: „Glaubst du, dich mit dieser Frau, mit diesem Mann bis ins Alter hinein gut zu unterhalten?“

Miteinander Sprechen bedeutet dabei für ihn über Alltägliches zu reden, als auch über Gefühle: Das wird für manche Paare der schwierigere Teil sein! Obwohl ich selbst nicht verheiratet bin, weiß ich selbst wie schwer und wie leicht es mir manchmal fällt, über das zu sprechen, was mich innerlich berührt und umtreibt.

Für Paare sind Unterhaltungen überlebenswichtig, damit sie voneinander wissen und aufeinander eingehen können. Manchmal können einem die Ideen ausgehen, um sich gut miteinander zu unterhalten.

Eine kleine Hilfe habe ich bei dem Schriftsteller Max Frisch gefunden. Er hat einen ganzen „Fragebogen“ zusammengestellt, der zum Unterhalten, Nachdenken und gemeinsamen Schmunzeln einlädt. Ein paar Fragen habe ich für Sie und Ihren Herzensmenschen rausgesucht. Noch ein kleiner Hinweis: Statt „Ehe“ können Sie „Beziehung“ einsetzen.

Hier nun die Fragen: „Hätten Sie von sich aus die Ehe erfunden?“ „Entwickelt sich in der Ehe ein gemeinsamer Geschmack oder findet für Sie beim Kauf einer Lampe, eines Teppichs, einer Vase usw. jeweils eine stille Kapitulation statt?“ „Wenn Ihre derzeitige Ehe als glücklich zu bezeichnen ist: Worauf führen Sie das zurück?“