1. Meinung

Glaube im Alltag: Ein Koffer voller guten Dinge

Glaube im Alltag : Ein Koffer voller guten Dinge

Im Buch „Der Chronist der Winde“ von Henning Mankell erzählt der Junge Nelio von seiner Begegnung mit dem Zwerg Yabu Bata. Yabu Bata ist mit zwei großen Koffern unterwegs. Er hat Mühe, diese zu tragen.

Auf Nelios Frage nach dem Inhalt der Koffer antwortet Yabu Bata: „Du fragst zu viel. Mein Koffer ist leer. Ich habe ihn dabei, falls ich etwas finde, das ich mitnehmen muss.“ Diese Stelle hat mich beim Lesen des Buches immer sehr fasziniert. Einen Koffer dabei zu haben, um ihn zu füllen: mit besonderen Erinnerungsstücken, aber auch mit besonderen Erlebnissen; mit guten Gefühlen und mit guten Begegnungen; mit guten Gesprächen und langem einvernehmlichen Schweigen beim Betrachten eines Sonnenunterganges; mit wunderschönen Aussichten und mit überraschenden Erkenntnissen; mit tiefer Dankbarkeit und dem guten Gefühl, von Gott begleitet zu sein; mit Sonne, mit warmem Sommerregen, mit dem Wind an der Nordsee und dem Sand unter den Füßen. Mit guten Dingen, die einem so ganz unerwartet begegnen.

Vorbereitet sein auf die guten Dinge. Gute Dinge, die ich mir bewahren möchte, und die ich wieder aus dem Koffer hervorholen kann, wenn ich sie brauche. Wenn der Sommer vorbei ist und es wieder Winter wird. Wenn ich mich einsam fühle, oder mir alles zu viel wird. Vorräte sammeln für schlechte Zeiten. Im Koffer. Egal, ob Sie in diesem Jahr in Urlaub fahren oder die Sommerzeit zuhause verbringen. Völlig egal, ob Sie alleine oder in der Familie oder in Gesellschaft unterwegs sind.

Nehmen Sie doch auch – und wenn nur gedanklich – einen leeren Koffer mit. Füllen Sie ihn mit all den guten Dingen, die Ihnen begegnen. Packen Sie alles rein. Zu voll kann dieser Koffer nicht werden. Dann können Sie ihn dann öffnen und Stück für Stück auspacken, wenn Sie das Bedürfnis danach haben. Ich wünsche uns allen einen schönen Sommer und ganz viele Schätze für unsere leeren Koffer.