1. Meinung

Glaube im Alltag: Segnen kann jeder 

Glaube im Alltag : Segnen kann jeder 

Maria und Josef bringen ihren Sohn im Evangelium dieses Sonntags nach Jerusalem in den Tempel, um ihn Gott, dem Herrn, zu weihen. Sie stellen ihren Sohn unter den Segen Gottes.

Sie sagen, Gott soll ihren Sohn beschützen und begleiten. Da ist die „heilige Familie“ nicht anders als jede andere Familie auch. Die Eltern wollen das Beste für ihr Kind. Sie möchten es beschützt und behütet wissen.

Aber was bedeutet „segnen“ überhaupt? Eigentlich bedeutet segnen, von benedicere, nichts anderes als „ein gutes Wort sagen“. Und genau darin liegt das Wunderbare. Segnen kann nicht nur der Priester oder Menschen, die sehr religiös sind oder jeden Sonntag in die Kirche gehen. Segnen ist für mich ganz unabhängig von Religion, Konfession, Kultur, Familienstand, sexueller Orientierung oder Beruf et cetera. Und Segen kann es in vielerlei Formen und Arten geben. Denn einer Person ein gutes Wort sagen, jemandem etwas Gutes zusprechen, kann jeder! Segnen kann jeder!

Und es tut gut! Es tut demjenigen gut, der ein gutes Wort zugesprochen bekommt. Und es tut auch demjenigen gut, der dieses Wort ausspricht, also einem selbst. Denn meist erfolgt eine Reaktion des Gegenübers/des Gesegneten, wie zum Beispiel ein Lächeln. Denn das gute Wort, das wir zusprechen, wirkt im Segen. Und genau weil es beiden Seiten gut tut, sollten wir viel öfter segnen. Auch bewusst!
Denn wenn wir segnen oder wir uns segnen lassen, wird auch erkennbar, dass Gott das Gute für uns möchte und er uns immer zur Seite steht. Und wem das Wort „segnen“ zu christlich oder zu religiös erscheint, kann dennoch öfters anderen Menschen ein gutes Wort zusprechen, um so zu sagen: „Ich glaube an dich!“, „Ich bin bei dir!“ oder „Ich beschütze dich!“. Denn das tut gut, zeigt dem anderen, dass er wichtig ist und lässt beide Seiten ein Stück glücklicher durchs Leben gehen. Vielleicht fangen wir gleich heute damit an! So sage ich jedem von Euch: Der Herr segne dich und behüte dich!

Konstanze Petry, Oberstudienrätin an der IGS Salmtal