1. Meinung

Glaube im Alltag: Vernünftige Welt

Glaube im Alltag : Vernünftige Welt

Man darf nie aufhören, sich die Welt vorzustellen, wie sie am vernünftigsten wäre. Ist das nicht eine sehr gute und gleichzeitig auch sehr schöne Perspektive für das neue Jahr?!

Es ist der Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt, der uns diesen Gedanken schenkt. In dieser Woche wäre er 100 Jahre alt geworden. Wie wäre die Welt in dieser Zeit am vernünftigsten? Vielleicht so, dass ganz dicht neben unsere Vernunft unser Herz rückt. Vielleicht so, dass wir endlich verstehen lernen, wir werden nur eine gemeinsame Zukunft haben – oder keine. Vielleicht so, dass wir begreifen, niemand wird verlorengehen, wenn die Sorge füreinander und umeinander an erster Stelle steht. „Ich muss sehen, wo ich bleibe“, das ist nicht nur unvernünftig, es ist vom Leben und der Welt 2020 überholt worden, außer Kraft gesetzt. Vielleicht so wie die Worte dieser alten Frau im Rollstuhl. Sie gehört zu den ersten, die die Impfung erhalten haben. In den Nachrichten war sie zu sehen und zu hören. In ihrer Dankbarkeit über die Impfung war sie ganz bei den anderen, bei den jungen Menschen: „Wie viel hat dieses Jahr den Jungen genommen, wie viele Möglichkeiten, wie viel Ausgelassenheit, wie viel Unbeschwertheit. Das tut mir so leid! Ich habe nur einen Wunsch, noch so lange zu leben, bis alles wieder in Ordnung ist auf dieser Welt. Bis ihr Jüngeren euch keine Sorgen mehr machen müsst. Solange, bis ich weiß, ich lasse euch auf einer guten, wieder guten Welt zurück. Dann kann ich gehen.“

Eine Welt, die zuerst für die Schwächsten sorgt und die Schwachen, die sich mehr um die Starken sorgen als um sich selbst, um eine solche Welt müssen wir uns keine Sorgen machen, denn immer wird ein Mensch da sein, der für uns sorgt. Das neue Jahr steckt voller wunderbarer Möglichkeiten, das Gute in der Welt zu stärken.