1. Meinung

Glaube im Alltag von Rainer Marmann

Religion : Neue Wege?

Der Herbst ist eingezogen. Eine neue, aber auch vertraute Zeit hat begonnen. Es wird früher dunkel und die Kerzenzeit kann beginnen. Der strahlende Herbsttag ist nicht immer da und an diesen Tagen können wir nach innen schauen.

Was hat der vergangene Sommer mir gebracht? Habe ich ihn vorbehaltlos genießen können oder ist mein Leben in Unordnung geraten? Unsere vertraute Welt verändert sich immer mehr. Und viele von uns sind davon persönlich betroffen, sind in Not geraten, ja auch in seelische Not. In diesen Situationen mag sich die Frage stellen: Kann ich trotzdem dankbar sein? Möglich ist es, dass ich suchen muss, wofür ich dankbar bin. Der Glaube kann dann ins Wanken geraten oder ganz verloren gehen. Gehe ich dann lieber von mir weg, um nicht bei mir zu sein, um meinen Schmerz, meinen Trübsinn, nicht zu spüren? Aber wohin? Wir haben einen Lebenslehrer: Jesus. Immer wieder, so wird berichtet, macht er uns auf eine neue Sichtweise in unserem Leben aufmerksam: Schaut genau hin, aber mal aus einer anderen Richtung, verrückt euch im Betrachten der Lebenssituation. Bleibt nicht stehen, geht weiter und nehmt einen anderen, neuen Blickwinkel ein. Schaut mal von euch weg, um euch neu zu begegnen. Sagte er nicht: Ich bin der Weg! Neue Pfade gehen kann unangenehm sein, weil fremd. Das Vertraute ist halt angenehmer. Dann kann sich die Frage nach der Gottesbeziehung stellen. Wo ist er, oder: Habe ich mich von ihm entfernt? Gibt Jesus nur eine Gebrauchsanweisung, damit es eventuell besser wird? Ein guter Versuch ist es, mal auf Gott zu zugehen. Hier bin ich! Zeige mir den Weg, den ich nicht sehen kann. Vielleicht gehört Mut dazu. ABER: Gott hat eine Beziehung zu uns. Er hat uns, und das jedem, eine Würde gegeben. Nehmen Sie das Gespräch mit IHM auf. Wie das mit dem Dank wird, ergibt sich dann von selbst.